Loch Phoenix

Mein Schröddelfahrrad und ich. Es trug mich jahrelang sehr tapfer durch Bielefeld. Und eigentlich fuhr es nie sehr weit. Ich wohnte in Mitte, arbeitete in Mitte, alle meine Ärtze und Freunde arbeiteten oder wohnten in Mitte. Die Kneipen und Clubs, die ich besuchte: alle in Mitte. Fußballstadion: Mitte. Es gab für mich überhaupt keinen Grund, die Innenstadt zu verlassen. Und Bielefelds Mitte ist nicht so sonderlich groß. Von meiner Wohnung, die im Osten lag, zum Siegfriedplatz, der im Westen lag, brauchte ich mit dem Rad ungefähr zwölf Minuten. Das Rad war die Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln (weil ich damit schneller war) oder zum Auto (weil ich damit im Westen keinen Parkplatz suchen musste).

Jetzt wohn ich nicht mehr in Mitte, jetzt wohn ich in einem Stadtteil, der außerhalb liegt, so dass ich weder zur Arbeit, noch in die Innenstadt mit dem Rad fahre. Weil ich nämlich keine Hochleistungssportlerin, sondern ein faules Stück bin. Und weil mein Schröddelfahrrad ungefähr siebzig (hust) Kilo wiegt und viel rumschröddelt. Weder ich, noch mein Rad, sind für lange Strecken gemacht.

Seit November steht das Rad also unberührt im Keller. Seit ein paar Wochen allerdings wohne ich in der Nähe eines Sees. Das liegt nicht an einem bisher geheimgehaltenen Umzug, sondern daran, dass es hier in der Nähe einen neuen See gibt. Den Phoenix-See. Der liegt auf einem alten Zechengelände und wurde monatelang natürlich über drei (glaub ich) kleine Flüsse gespeist. Mit dem Rad fahr ich dort ungefähr fünfzehn Minuten hin, das geht also (wenn der Vorderreifen nicht platt wär). Der See ist wunderschön mit ganz klarem Wasser. Drumherum ist alles noch etwas karg, aber man kann ahnen, dass es bald alles grün und schön ist. Um den See herum sind Wege angelegt und bald kommen noch Häuser und sicherlich die ein oder andere Seegastronomie dazu. Ein ideales Ausflugsziel. Mit eigenem Berg.

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In 140 Metern Höhe, unten der See, im Hintergrund der Blick auf Hörde, rechts der Florian (Fernsehturm) und mittig-links der Turm vom Höschpark. Da will ich ja auch mal hin.

Der See ist wirklich schön. Auf der anderen Seite grenzt er schon fast an das Zentrum von Hörde, das ebenfalls ganz besuchenswert ist. Ich mag Hörde. Und ich mag den See. Und ich mag die Vorstellung, dass ich mit dem Rad ganz fix dort bin. An warmen Sommerabenden wird man dort hervorragend am Ufer sitzen können und vielleicht sogar ein bisschen illegal die Füße ins heilige Badeverbot-Wasser halten. Mich freut es, dass ein so schöner Ort so in der Nähe meiner Wohnung ist. Hat halt doch auch Vorteile, wenn man nicht „Mitte“ wohnt.

Einzig: ich denke über ein neues Fahrrad nach. Natürlich könnte ich auch nur den Reifen ersetzen, aber es ist fraglich, ob sich das noch lohnt. Und so kleine Radtouren lohnen ja doch. Nicht nur zum See.

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Kategorien: Entdeckt & Gesehen, Hometown Blues | 6 Kommentare

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6 Gedanken zu „Loch Phoenix

  1. ann

    Ach ja, dein Schröddelfahrrad… Manchmal fehlt mir dieses Geräusch. 😉 Aber toll, dass du nun doch noch ein Ausflugsziel hast, was zum einen den Siggi ersetzen könnte und zum anderen sogar noch mit dem Rad erreichbar ist. Klingt nach schönen Sommerabenden. Da muss dann nur noch das Wetter mitspielen.

  2. ann

    Ach so, ich hab beim Lesen die ganze Zeit auf deine wundervolle Aussage von neulich gewartet „Wir wohnen im Jöllenbeck Dortmunds.“ 😉

  3. Tjaja, also „zentrale Wohnlage“ wäre jedenfalls gelogen 😉 Aber es ist doch vielleicht sogar ein bisschen städtischer als Jöllenbeck. Und immerhin fährt die Bahn.

  4. Guigsy

    Sag mal…das Foto ist doch nachbearbeitet, oder? Ich kann gar nicht glauben, dass das Wasser wirklich so blau ist. Sieht schon stark nach Ansichtskarte aus. 😉

  5. ann

    oder nach Freibad… 😉

  6. Ja, das ist schon nachbearbeitet. Aber das Wasser ist schon ganz schön krass blau. Gerade bei so blauem Himmel. Sind halt noch überhaupt keine Pflanzen drin 🙂

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