Hallelujah

Heute war ich zum ersten Mal nach meinem Kirchenaustritt in einer Kirche. In einer katholischen Kirche. Eher so halbfreiwillig, denn ich war zu einer Erstkommunion eingeladen. Bedeutet: früh aufstehen, festlich aussehen und ein ganz schön langer Gottesdienst.

Siebenundzwanzig Jahre war ich Mitglied (heißt das so?) der katholischen Kirche. Und als Kind bis zur frühen Jugend bin ich sogar regelmäßig in die Kirche gegangen, hatte dann ja auch selbst meine Kommunion und war sogar – hört! hört! – Messdienerin. Dann kam allerdings die Sünde in Form von „Keine Lust“ über mich, nicht mal mehr zur Firmung bin ich noch gegangen. Innerlich schon längst mit dem Verein abgeschlossen kam dann im vergangenen Sommer der endgültige Schlussstrich. Verlogenes Pack. Ich wollte einfach nicht mehr der Kirche meine Steuergelder zahlen und gleichzeitig von misshandelten Kindern hören. Da wird mir schlecht.

Heute also Kirche. Ein Gottesdienst ist für mich wie Musik von Pink: ich finde es grauenvoll und empfinde eine leichte Übelkeit, kann aber trotzdem alle Songs mitsingen. Und auch sonst: ich bin textsicher bei allem, was bei Gottesdiensten so rumgemurmelt wird. Den Ablauf eines Gottesdienstes kann ich vermutlich in- und auswendig. Obwohl ich ewig nicht mehr da war – die Kinderjugendzeit scheint sehr prägend gewesen zu sein.

Das Gute an dieser Kommunion: es wird wohl erst mal keine weitere folgen. Und wenn nicht irgendwer in meiner Familie kirchlich heiraten möchte, so werde ich auch in den nächsten Jahren keine katholische Kirche mehr betreten müssen. Hallelujah.

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Kategorien: Augenzwinkern, me, myself & I | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Hallelujah

  1. Oh Du warst Messdienerin? Ich war auch mal Messdiener, was mich da geritten hat mitzumachen, weiß ich bis heute nicht. Jedenfalls gab es Mädchen als Messdiener in meiner Gemeinde nicht. Welche Gründe auch immer das gehabt haben mag.
    Mit meinem Kirchenaustritt habe ich aber nicht so lange gewartet wie Du. Gleich nach Beendigung meiner Ausbildung bin ich ausgetreten. Früh habe ich gemerkt, das die kath. Kirche verlogen bis zum letzten ist.
    Wenn ich heute eine Kirche betreten muß, zu Hochzeiten und Taufen in der Familie z.B., dann fühle ich mich da sehr unwohl. Das mit der Übelkeit kommt mir sehr bekannt vor. Leider hat man in der Familie scheinbar nicht gemerkt das man mir da keinen Gefallen tut, wenn ich zu so etwas erscheinen muß.

  2. ann

    Also ich wüsste von keinem von uns, der in nächster Zeit plan kirchlich zu heiraten. 😉

  3. „Siebenundzwanzig Jahre war ich Mitglied (heißt das so?)“ – vielleicht auch Supporter? Oder Ultra?

  4. Ultra? Ist man dann nicht mindestens schon Bischof oder sowas? Oder in dem Fall dann wenigstens Begriff, Nonne zu werden?

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