Status: Rock’n’Roll

Manchmal wird einem erst nach wenigen Wochen (sogar Monaten) bewusst, was so ein Umzug in eine andere Stadt noch so mit sich bringt. In Bielefeld hatte ich ja so meine Orte, wo man mich regelmäßig finden konnte. Im Mellow Gold, im Kamp, im Forum. Das Mellow Gold als eine Art zweites Wohnzimmer. Ein Ort, an dem ich lachen, weinen und trinken konnte. Ich ging hin, wenn es etwas zu feiern gab, ich ging hin, wenn ich Trost brauchte, ich ging hin, um dort ich zu sein. Wenn man dann irgendwann Stammgast ist, dann genießt man Privilegien. Man bekommt schneller einen Tisch, man bekommt alle Extrawünsche, die man so hat, erfüllt und man bekommt manchmal auch Getränke aufs Haus.

Im Nachtleben dann konnte ich auch einfach ohne weiter nachzudenken, überall rein- und rausspazieren wie es mir beliebte. Dorf Bielefeld. Da wo ich auch reinwollte, kam ich rein. Türsteher grüßt man, mit dem Kassenpersonal hält man vielleicht noch einen kurzen Schnack und dann ist man drin. Taschenkontrolle? Nur bei Konzerten, wenn überhaupt.

Ich habe im Chill’R einen würdigen Mellow-Ersatz gefunden. Und mit dem FZW, dem Bakuda und dem Tanzcafé Hösl (oder Hösel oder Hösels, irgendwie habe ich da schon mehrere Schreibweisen gefunden) auch drei wahrlich ganz gute Clubs für Indie-Nächte. Und vielleicht finde ich noch mehr.

Ich frage mich: wird der Moment kommen, wo sie mir im Chill’r ungefragt ein Getränk hinstellen, weil sie einfach wissen, was ich nehme? Werden sie mal mit einem lächelnden Zwinkern einen Gratis-Tequila (oder was auch immer) auf den Tisch stellen? Werde ich irgendwann mal nicht vorm Türsteher meinen Ausweis (mein jugendliches Aussehen) zeigen und meine Tasche zur Kontrolle öffnen müssen, weil die wissen, wer ich bin und dass ich da sein darf (weil ich ja doch schon knapp über 18 bin) und keine Waffen oder Drogen mit mir rumschleppe.
Das werden ja harte Zeiten, die da auf mich zukommen. Schließlich muss man sich solche Sonderrechte ja auch zunächst irgendwie erarbeiten, beziehungsweise in diesem Fall: ertrinken und erfeiern. Und das, wo ich doch schon immer so früh müde werde (weil ich doch nicht mehr sooo knapp über 18 bin). Wer mich demnächst also mit tiefen Augenringen sieht, der weiß Bescheid: ich arbeite an meinem Status in dieser Stadt.

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Kategorien: Augenzwinkern, Hometown Blues | Hinterlasse einen Kommentar

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