unterwegs

Momentan bin ich am Wochenende so viel unterwegs, dass man meinen könnte, ich sei auf der Flucht. Bin ich aber gar nicht, ich will nur die Möglichkeiten nutzen, die sich mir hier bieten. Denn das Ruhrgebiet mag zwar nicht klassisch schön sein, hat keine Burgen oder Schlösser (hab bisher zumindest keine gesehen), aber hat dennoch einiges zu bieten. Und das sind dann weniger „Herrje ist das schön“, sondern mehr so „Hach, ist das beeindruckend!“-Momente. Schönheit liegt ja immer im Auge des Betrachters und ein wirkliches Urteil will ich mir auch erst nach einem Jahr erlauben. Denn mal ehrlich: im Februar ist keine Stadt wirklich schön und das grau der Gebäude wirkt einfach noch grauer als sonst. Es gibt hier schöne Gebäude, doch manchmal verstecken sie sich ganz schön zwischen Beton und Schmutz.

Gestern war ich in einer Stadt, die ich wirklich schön finde. In Düsseldorf. Das gehört zwar nicht mehr zum Ruhrgebiet, aber teilt sich noch den Verkehrsverbund damit und ist deswegen gut und auch recht günstig von Dortmund aus zu erreichen. Und ich mag die Stadt mit dem Rhein und der Altstadt. Im NRW-Forum (direkt am Rhein) gibt es übrigens nicht nur ein schönes Café mit leckerstem Kuchen (eigentlich war das Schokolade in Kuchenform), sondern derzeit auch eine kurzweilige Ausstellung. Zeitgeist und Glamour können mich durchaus begeistern und mehrmals hatte ich bei den Bildern ein leises „Hach, das hätt ich ja auch gern miterlebt“-Gefühl. Ja, ich könnte mir tagelang Bilder von Twiggy, Romy Schneider, David Bowie und Mick Jagger anschauen.

Später dann hatte ich Rheinluft in der Nase, eine Blase am Fuß und den leckersten Burger überhaupt vor mir stehen. Und noch später dann den Gedanken in mir, dass ich unbedingt eine Wii brauche. Düsseldorf, ich komme wieder.

Aber zuerst muss ich ja noch all die anderen Ziele abklappern. Wie das Ruhrmuseum in Essen zum Beispiel. Das ist auf dem Geländer der Zeche Zollverein und somit wieder an so einem Ort, der weniger schön und mehr beeindruckend ist. Was dann aber auch wieder schön ist. Das Ruhrmuseum ist auf jeden Fall eine Reise wert – sofern man sich für die Geschichte und die Veränderungen dieser Region interessiert.
Ich stehe da vor Bildern von mehr oder weniger hässlichen Häusern und Straßenzügen und denke „Was zum Teufel habe ich da eigentlich aufgegeben, als ich hierhin gezogen bin?!“ Für einen kurzen Moment ziehen Bilder vom Bielefelder Alten Markt, von der Sparrenburg und von den Häusern am Siggi an mir vorbei. Und dann aber sehe ich die Bilder, auf denen aus Industrie Kultur wurde. Wie ehemals grauschwarze Flächen zu grünen, wildbewachsenen Wiesen geworden sind. Wie begradigte Flüsse wieder ihren alten Lauf zurückbekommen sollen. Ich weiß, dass es hier schöne Ecken gibt. Wirklich schöne. Klassisch schöne. Ich habe sie doch selbst schon gesehen. Nur im grauen Monat Februar, da vergesse ich manchmal die grünen Erinnerungen.

Ich bin ein kleines bisschen erschöpft, nach so einem Wochenende voller Eindrücke. Und ich freue mich, dass ich nächstes Wochenende nichts weiter geplant habe. Kein Kultur, keine Ausstellung, kein Museumsshop, den ich leerkaufe. Museumsshops find ich ja großartig. Aber nächstes Wochenende gibt es mal etwas Nachtleben, etwas Kneipenkultur und ganz viel Dortmund. Es muss ja nicht immer die weite Welt sein.

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Kategorien: Entdeckt & Gesehen, me, myself & I | Hinterlasse einen Kommentar

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