Spielzeugwunderland

In meiner eigenen Familie gibt es keine Kinder mehr. Aber glücklicherweise wurde ich trotzdem auf einen Kindergeburtstag eingeladen. Neun Jahre wurde der Knabe gestern, und eigentlich musste ich mir vorher eingestehen, dass ich mit fremden Kindern nicht so gut kann. Wenn mir früher meine doch recht zahlreichen Cousinen/Cousins auf den Keks gingen (was so gut wie nie vorgekommen ist), dann habe ich sie einfach gehauen geschubst an den Haaren gezogen irgendwie fies behandelt. Wir waren Kinder, wir waren eine Familie und es war irgendwie klar, dass wir das unter uns regeln und sich da keine Erwachsenen einmischen und Erziehungsfragen ausdiskutierten. Wenn aber ein relativ fremdes Kind einen nervt und einem zum Beispiel die Lego-Packung auf den Kopf haut, dann kann man dem nicht einfach das Handgelenk dafür brechen, selbst wenn man es in dem Moment gerne möchte.

Zum Glück war der Neunjährige gestern relativ entspannt und wurde bei kleineren Aussetzern schon von seiner Mutter ermahnt. Auch die ebenfalls anwesende sechs-sieben-jährige Bekanntentochter war eher goldig und so musste ich keinerlei Gewalt anwenden. Hervorragend. Stattdessen haben wir das Kinderzimmer geentert und die neue Lego-Eisenbahn aufgebaut. Großzügiges „Ich helf den Kindern mal“ ist natürlich eine gute Tarnung dafür, seinen eigenen Spieltrieb auszuleben.

Eine elektrische Eisenbahn mit ungefähr zwölf Metern Schienen, einem Bahnsteig, zwei Loks, einem Anhänger mit Autos. Und alles mit unheimlich viel Liebe zum Detail. So war das früher glaub ich nicht. Lego war schon immer toll, aber so detailverliebt hatte ich es nicht in Erinnerung. Die Figuren sind auch viel besser. Es gibt sogar Indie-Mädchen mit Sternchen-Shirts und Umhängetasche.

Photobucket
(Leider eine etwas magere Handyfoto-Qualität)

Herrlich. Die kleinen Steine zusammenstecken und ein bisschen leise fluchen, wenn man an der einen Seite was ansteckt und gleichzeitig an der anderen Seite wieder was abbricht. Und dann stundenlang die Züge über die Schienen fahren lassen, immer im Kreis, Weichen stellen und mit so viel Tempo in die Kurven brettern, dass die Loks entgleisen. Hoppla. Ist ja zum Glück nur Lego. Und in der heilen Welt des Kinderzimmers kann man dann einfach die Steine wieder zusammensetzen und die Wagen wieder auf die Schienen setzen. Wäre es doch immer so schön.

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Kategorien: Mixtape (uncategorized) | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „Spielzeugwunderland

  1. ann

    Ich überlege jetzt schon seit Tagen, ob das tatsächlich ein Mädchen ist oder doch ein hipper Indie-Junge mit längeren Haaren. 😉

  2. Miss James

    Ne, ist ne Frau. Das war so zeichnerisch auf dem Top angedeutet 🙂

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