Nachtbaden

Es gibt ein paar Orte, wo ich mich richtig wohl fühle: im Bett, auf dem Sofa und auf der Tanzfläche. Dortmund sollte sich schon mal darauf vorbereiten, dass seine Tanzflächen demnächst etwas abgenutzter sein werden. Aber zunächst einmal muss man sie ja finden, die Parties, die einem freudiges Herzklopfen bereiten.

Meine favorisierten Tanzschuhe waren schon staubig, es war also wirklich dringend an der Zeit, mal das örtliche Nachtleben hier kennenzulernen. Den Anfang machte der Sabotage Club im FZW, dem Freizeitzentrum West. Das FZW kannte ich zumindest schon, weil ich da während meiner Zeit hier schon zwei Konzerte besucht habe. Und ich mag es. Es ist schlicht und schnörkellos und dafür, dass es erst zwei Jahre dort ist, ist es schon ein klein wenig runtergerockt. I like. Mein Lieblingsraum ist aber der Gastronomiebereich, in dem gestern Funk & Soul aufgelegt wurde, und wo man quasi auf dem Bürgersteig tanzt. Nur eine Glasscheibe trennt einen noch von den Besuchern, die noch draußen stehen. Von dort aus hat man dann auch diesen wunderbaren Blick auf das „U“.

Im Club dann Sabotage, mit DJs von der „Visions“ (wenn ich das richtig verstanden habe). Sowas kennt man ja auch aus anderen Städten und bedeutet für mich: sofort die Tanzfläche entern, sobald man ein gutes Lied hört, denn schon das nächste kann ein Lied sein, welches deine Ohren zum Bluten bringt. Das ist manchmal etwas schade, wenn dann nach Shout Out Louds und Kettcar plötzlich irgendein Krachlied kommt. Aber dafür gab es dann ja die Gelegenheit, in der Funk&Soul-Lounge noch ein bisschen weiterzuschwofen.

0:10 Uhr: Ankunft. Was anders ist als ich es gewohnt bin: Security-Personal läuft durch den Laden, obwohl so eine Indie-Disco jetzt vielleicht nicht gerade der Unruhe-Herd Nr. 1 ist. Und es gibt eine Eintrittskarte, was ich für eine Party eigentlich überflüssig finde, aber schlimm ist das ja auch nicht. Da hat man wenigstens eine Erinnerung. Was so ist wie immer und überall: das Indie-Volk. Mädchen mit geflochtenen Haaren und/oder schräg geschnittenem Pony. Jungs mit Trainingsjacken oder in T-Shirts auf denen die Namen von Amerikanischen College-Punk-Rock-Bands stehen.

1:57 Uhr, im Wartebereich der Damentoilette: ich werde auf meine Schuhe angesprochen. Und ich erkenne, dass sich viele Dinge ändern können oder ich mich an einiges noch gewöhnen muss. Aber manches ändert sich niemals nie. Meine Schuhe.

3:25 Uhr: Bett. Die Füße tun weh. Das war ein guter Abend. Nicht herausragend, nicht die Party meines Lebens, aber gut. Mehr Parties für mich. Wo sind die Tanzflächen dieser Stadt?

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Kategorien: Mixtape (uncategorized) | Hinterlasse einen Kommentar

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