ain’t no Schneelawine deep enough

Weihnachten. Heilig Abend. Am Vormittag verabschiede ich den Herrn des Hauses, packe dann gemütlich meine Tasche und fahre dann um 13 Uhr los. Um 14 Uhr erreiche ich Bielefeld, um meine Tante einzusammeln, um 14:30 Uhr sind wir dann bei meiner Mutter und können den Nachmittag mit Kuchen, Kaffee und rumtrödeln verbringen. Dann noch Bescherung und um 19:00 Uhr das große und wunderbare Familientreffen bei einer anderen Tante. Gegen 23 Uhr dann Rückfahrt nach Dortmund.

So war der Plan. Die Realität sah anders aus. Viel weißer irgendwie. Der Schnee – und ich sage es noch mal gern für alle: ICH habe mir definitiv KEINE weiße Weihnachten gewünscht – liegt mittlerweile so hoch, dass man bis zu den Knien darin versinkt. Das eine Auto ist darin unrettbar vergraben. Straßenbahn? Fährt nicht mehr. Züge? Fahren kaum noch. Auto 2 schafft dann irgendwann mit viel sportlicher Betätigung (Schippen und Schieben) und ungefähr 20 Litern Bezin weniger im Tank den Weg ins Freie.

Also in windeseile die Tasche gepackt, den Liebsten zu seinen Eltern gebracht, nach Bielefeld losgeeiert. Eine Eisdecke auf der A2. Ich denke, dass ich vielleicht doch am Kamener Kreuz auf die A1 und nach Hause fahren sollte. Und dann denke ich an meine Familie, an die lachenden Gesichter, das Funkeln in ihren Augen. Denke an die Witze, die Geschichten und wie sie mich in den Arm nehmen. Ich weiß: wenn ich nicht fahre, dann wird das für mich der traurigste Abend in meinem Leben.

Und nach dem Kamener Kreuz wird es dann auch besser. Die Straße ist befahrbar, beim Bielefelder Berg bete ich noch ne Runde, dann sammele ich meine Tante ein und statt um 14:30 Uhr sind wir dann halt gegen 16 Uhr bei meiner Mutter. Mein Kopf platzt fast und ich habe sehr unweihnachtliche Gedanken gegenüber diesen Schneemassen.

Im kleinsten Kreis der Familie ever (nur neun Leute, wir passten alle an einen Tisch!) dann aber ein wunderbares Weihnachtsfest. Mit Gelächter und Geschichten und glitzernden Augen. Mit Fotos und You Tube-Videos. Mit Scherzen und Lachtränen. Mit leckerstem Essen und viel Unkompliziertheit. Kein „Will noch wer was trinken?“ sondern nur „Nimm einfach, was du magst.“

Unter Schneeballbeschuss (Leute, wir hatten das Seitenfenster offen! Das war knapp!) dann nicht zurück nach Dortmund, sondern in mein altes Bett. Die Nacht dort verbringen, wo man mehrere Jahre Zuhause war, aber jetzt irgendwie doch eher Gast ist. Fremde Geräusche (die Heizung), die einem den Schlaf rauben. Und dann früh raus und wieder ins Ruhrgebiet, zu Weihnachten, Teil 2.

Heute ist immer noch Weihnachten. Ich fühle mich immer noch erschöpft. Bin froh, dass noch eine Woche Urlaub folgt, denn ob das Auto jemals wieder von Schnee befreit wird, das steht noch in den Sternen. Oder in den Eiszapfen, die vom Balkon hängen. Weihnachten endet für mich auf dem Sofa. Mit DVDs und viel Faulenzerei. Und wenn ich mich dann erholt habe, dann ist der Schnee bittebittebitte weg. Danke.

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Kategorien: Mixtape (uncategorized) | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „ain’t no Schneelawine deep enough

  1. Das wäre nicht nur der traurigste Weihnachtsabend in deinem Leben gewesen! Es war mal wieder sehr schön 🙂 Für den Schneeballbeschuss verweise ich übrigens auf deine leube Schwester die es gar nicht anders wollte! 😉

  2. ann

    Okay, ich gebe zu, dass ich eine Steilvorlage für den Schneeballbeschuss geliefert habe. Aber meiner ist ja nur im Baum gelandet. 😉
    Es war echt toll euch alle wiederzusehen. 🙂 Es war ein echt lustiger Abend. So mag ich Weihnachten – mit meiner Lieblingsfamilie, die es jedes Jahr wieder schafft, dass Weihnachten bei uns eher an eine Familienparty erinnert. Oder wer kann schon behaupten, dass zum Essen alte und aktuelle Indie-Hits laufen?! 😉

  3. Ninni

    my best christmas ever :-*

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