Jahrescharts 2010

Ich bin ja seit meinem Umzug viel weniger online. Das hat ganz simple Zeitgründe. Aber dennoch habe ich mir Gedanken über meine Jahres-Charts gemacht. Solche Traditionen sollte man aufrecht halten. Und wie immer konnte ich mich nicht so recht für eine wirkliche Platzierung entscheiden. Bis auf Platz 1 kann man das Ranking in der Regel launenabhängig wechseln.

Platz 10:
Ben Folds & Nick Hornby – Lonely Avenue.
Folds und Hornby! Da hatte ich mir eine Menge von versprochen. Und bin auch nur ein winzigklitzekleines bisschen enttäuscht. Irgendwie Fahrstuhlmusik. Diese aber großartig. Klimpermusik vom Feinsten. Könnte ich jeden Tag hören. Mach ich aber nicht.

Platz 9:
Bonaparte – My Horse Likes You. Und schon denke ich: wie, nur Platz 9!? Das ist doch ein tolles Album! Ja! Ist es! Kauft es euch alle! Das Konzert war auch toll! Aber jeden Tag geht das nicht. Und aufgrund dessen ist es nicht weiter an die Spitze gekommen. Irgendwie unverdient.

Platz 8:
The National – High Violet. Ist vollkommen unberechtigt auf Platz 8. Sollte mindestens auf Platz 1 landen, hat es dann aber doch nicht geschafft. Es gibt so Momente, da bedeutet mir dieses Album eine kleine Welt. Aber es gibt andere Momente, da tun andere Alben das auch. Diese leisen, kleinen Momente von High Violet waren eher selten, was aber nicht am Album, sondern an meinem Alltag lag. Vielleicht bekommt es jetzt an den langen Wintertagen ohne Weihnachtsvorbereitungstrubel noch häufiger eine Chance in meiner Musikauswahl. Ein kleiner Glücklichmacher an dunklen Tagen.

Platz 7:
Shout Out Louds – Work. Überraschung! Nur Platz 7. Auch wenn ich alle Mitglieder der Band gerne heiraten oder zumindest meine Kinder nach ihnen benennen möchte, auch, wenn ich das Album wirklich, wirklich, wirklich toll finde (immerhin ist es ja auch in den Jahres-Top10)…ich willl einfach mehrmehrmehr. Vielleicht sehen die Shout Out Louds diesen siebten Platz als Motivation, sich beim nächsten Mal noch mehr Mühe zu geben.

Platz 6:
Die Sterne – 24/7. Ich erst so: Uärgs! Elektroscheiße! Dann, so nach dem dritten Durchhören: Yeah! Yeahyeahyeah! So sah ich die Sterne dieses Jahr 4 Mal live und wollte nie mehr aufhören zu tanzen. Wenn ich mit dem mp3-Player durch die Stadt lief und plötzlich anfingt zu tanzen, dann konnten alle sicher sein: Miss James hört das aktuelle Album der Sterne. I bet I look good on the dancefloor.

Platz 5:
Ocean Colour Scene – Saturday. Ocean Colour Scene. Mehr muss ich dazu eigentlich gar nicht mehr sagen. Sie gehören zu mir wie die Luft zum Atmen. Und auch hier warte ich mehr als sehnsüchtig auf eine Deutschland-Tour. Ich würde mittlerweile JEDEN Preis bezahlen, um sie hier live sehen zu können. JEDEN! Oh, ihr Helden, ihr Götter meiner Musiksammlung…

Platz 4:
RPA & The United Nations Of Sound – The United Nations Of Sound. Bei Richard Ashcroft kann ein Album auch mal sehr schlecht sein. Dieses ist es nicht. Dieses ist Hymnen und Gänsehaut und ein Gefühl von früher. Es ist wunderbarer Pop und ich habe es von der ersten Minute an geliebt. Lieber Richard, danke. Danke für dieses Album. Du hast mir gezeigt, dass man keinen Vollbart, kein Holzfällerhemd und keine Geige braucht. Es geht auch immer noch mit Trainingsjacke und Gitarre. Danke. (P.S.: hab fast die gleiche Trainingsjacke wie du. Nur ist deine bestimmt ne Nummer kleiner. Iss mal was!)

Platz 3
Gisbert zu Knyphausen – Hurra! Hurra! So nicht. Hach. Wunderbar. Melancholie kann weh tun. Oder aber sie kommt von Herrn zu Knyphausen. Dann ist sie bittersüß, so wahr, so wunderbar, so ehrlich, so hart, so verletztend und gleichzeitig das Beste, was es an deutschsprachiger Musik auf dieser Welt gibt.

Platz 2:
Young Rebel Set. Das ist leider nur eine EP. Wäre es ein ganzes Album, dann wäre es höher platziert. Bestimmt. Meine persönlichen Newcomer des Jahres. Und auch ein Beweis dafür, dass Röhrenjeans und Holzfällerhemd nicht immer gleich bedeuten muss, dass man das Leid der Welt auf den Schultern trägt. Thees Uhlmann sprach von einem rollenden Irish Pub und ich glaube ihm aufs Wort. Young Rebel Set sind außerdem die Band, die sich einen ganz eigenen Mundharmonika-Spieler leistet, was ich gleichermaßen großartig und großartig finde. Außerdem hat die Band mit „If I Was“ den Song des Jahres geschrieben. Das heißt, eigentlich teilen sie sich den Platz mit der Band von…

Platz 1:
The Divine Comedy – Bang! Goes The Knighthood.
Neil Hannons Stimme singt. Er könnte auch das Telefonbuch vorlesen, ich würde es gleichermaßen lieben. Er aber singt gleich zwei Lieder, die mich in Verzückung bringen. „I like“ und „Indie Disco“. Je nach Stimmung (Rrrrromantik oder Parrrrty) sang ich 2010 das eine oder das andere Lied. Natürlich nur halb so gut wie Mr. Hannon es tut. Ich weiß noch, wie Eddie Argos in einer Sommernacht einen Link zu einem Live-Stream eines Divine Comedy-Konzerts twitterte. Ich saß im Nachthemd auf meinem Sofa, wippte mit meinen nackten Zehen und wusste: so lange es Musik gibt, ist dieses Leben wunderschön. Das Album ist wunderschön, ein bisschen wie ein Buch, was tausend Geschichten erzählt. Höre ich Neil Hannon, so spüre ich direkt eine Art Frieden mit mir und der Welt. Dann ist alles gut. Alles richtig.

Nicht ganz geschafft, weil die Top10 eben nur 10 und leider nicht zwanzig Plätze hat: James, The Charlatans, Kashmir, Paul Smith, Adam Green, Beat! Beat! Beat! Und noch ungefähr drölfzig weitere Bands. Hoffentlich wird es 2011 auch weiterhin mindestens zehn neue tolle Alben geben!

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Kategorien: me, myself & I | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Jahrescharts 2010

  1. Ocean Colour Scene gibt es noch? Von denen habe ich ja schon seit Jahren nichts mehr gehört… und Young Rebel Set haben mir heute ein persönliches Weihnachtsgeschenk gemacht, als ich entdeckt habe, dass das Atomic ein Konzert von ihnen für März ankündigt 🙂

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