Ich esse was

…wenn ich dazu komm. Nein, kein Ding. Dazu komm ich eigentlich schon sehr regelmäßig. Im Moment sehe ich zu, dass ich meinen Tiefkühlschrank leer esse, damit ich den abtauen kann. Umzug und so. Anfangs gab es noch relativ normale und zivile Zusammenstellungen, mittlerweile finden sich dort eigentlich nur noch Gemüsemischung-Reste und zwei Beutel TK-Erbsen. Warum auch immer ich zwei Beutel Tiefkühlerbsen habe. Ich bin nur froh, dass man im Internet nur in einer Suchmaschine die Wörter „Rezept“ und „Erbsen“ eingeben muss und dann genug Auwahl an verschiedenen Rezepten hat, so dass ich es vielleicht tatsächlich noch schaffe, die zu verarbeiten, ohne, dass sie mir danach schon aus den Ohren herauskommen.

Ich habe übrigens schon länger nicht mehr was gegessen, was ich zuvor nicht kannte. Dafür habe ich ein paar Dinge gekocht, die ich so zuvor noch nie selbst gekocht habe. Eine türkische Linsensuppe, eine Kürbissuppe. Im Herbst werde ich zum Suppenkasper. Bei der Linsensuppe habe ich mich an das Rezept gehalten, ansonsten koche ich meist frei Schnauze. Es ist ganz oft so, dass ich irgendwo was sehe und denke, dass ich das ja mal nachkochen könnte. Titelbilder von Kochzeitschriften zum Beispiel. Oder Gerichte, die auf der Menütafel im Mellow stehen. Oder aber ich gehe durch die Reihen der Maggi & Co.-Produkte und schaue mir an, wie das gekocht wird. Und dann kaufe ich ein und koche es selbst nach. Mit Gewürzen statt Hefeextrakten. Ich habe schon ewig kein Fix-Produkt mehr verwendet und freue mich darüber. Neulich habe ich im Supermarkt so ein Fertiggratin angeboten bekommen. Ich (natürlich hungrig) probierte und verzog das Gesicht. „Das schmeckt nicht.“ Irritierte Blicke von der Promo-Frau. Künstlich. Das Essen. Ich freue mich, dass ich kochen kann. Und ich frage mich, woher ich das habe. Vielleicht hat die Kindheit in Omas Küche viel gebracht. Vielleicht hat Mutters Leitsatz in den letzten Jahren unseres Zusammenwohnens „Wenn du Hunger hast, dann koch dir was“ auch dazu beigetragen. Vielleicht sind es auch die Gene, weil in unserer Familie eigentlich alle gerne kochen – und auch gerne essen.

In meinem Tiefkühlschrank ist übrigens immer noch Eis. Eis am Stiel. Lecker. Jeden Tag eins. Da macht Kartons packen und Geschirr einwickeln gleich noch mehr Spaß.

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Kategorien: Augenzwinkern, Eat & Greet | Schlagwörter: , | 4 Kommentare

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4 Gedanken zu „Ich esse was

  1. Gibt auch nichts tolleres, als wenn das Selbstgekochte dann auch tatsächlich so großartig schmeckt!

  2. Das stimmt. Zum Glück hatte ich noch nie eine kulinarische Katastrophe in der Küche.

  3. Kochen und essen (vor allem letzteres) mag ja schön und gut sein… aber der Abwasch hinterher!

    Ich bin ja wirklich gespannt wie sich Deine neue Heimat auf Dein Blog und Deine tollen Texte auswirkt!

  4. ann

    Ich glaub der eine Beutel Tiefkühlerbsen ist noch von mir. 😉 Zumindest hatte ich noch Sachen dagelassen, die bei dem 250km-Umzug am heißesten Tag des Jahres eindeutig hinüber gewesen wären.
    Mein Essen langweilt mich derzeit ziemlich. Muss auch mal wieder was Kreatives kochen.

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