Zukunftsperspektive

Vor ziemlich genau einem Jahr fing es an, dass alles gut wurde. So richtig gut. Alles, was ich anfasste, klappte sofort. Na gut, vielleicht nicht alles. Aber so gut wie alles. Und im Laufe dieses Jahres wurde dann auch klar, dass noch einige Veränderungen auf mich warten. Und dass diese Veränderungen auch bedeuten, dass ich umziehen muss und möchte.

Es gibt Leute in meinem Umfeld, die sagen: „Wenn du bereit bist, Bielefeld zu verlassen, dann bist du dir scheinbar wirklich sicher.“ Denn sie wissen natürlich, wie sehr ich an der Stadt hänge. Hier ist mein Zuhause. Hier sind meine Freunde (die ich am liebsten alle mit in meine Umzugskartons packen möchte). Hier kann ich im Sommer auf den Siggi schlendern und ich weiß, dass ich dort immer jemanden treffe, den ich kenne. Hier ist mein Fußballverein, über den ich nörgeln kann. Hier ist meine Theatergruppe. Hier ist mein WM/EM-Studio. Hier kann ich mich an die Bushaltestelle stellen ohne vorher auf den Fahrplan gucken zu müssen. Hier ist mein Mellow Gold. Meine Sparrenburg, meine Treppe am TaM. Hier macht es mir nichts aus, wenn mir die Brötchen nicht mit einem Lächeln verkauft werden. Hier kann ich mit einem Blick die Laune meiner Kollegen erkennen. Hier kenn ich die Straßen, die finsteren Ecken, die besten Parkplätze und Abkürzungen. Hier kann ich an den Wolken sehen, wie lange sich noch das Wetter halten wird.

Alles auf Neu. Eine neue Arbeit, eine neue Stadt, eine neue Wohnung. Vielleicht eine neue Theatergruppe, neue Freunde (die die alten niemals ersetzen können), neue Lieblingsplätze, neue Straßennamen, neue Kollegen, neue Aktivitäten, neue Möglichkeiten, neue Chancen, neue Risiken. Neue Herausforderungen.

Natürlich habe ich ganz schön Muffensausen. Aber gleichzeitig freue ich mich. Freue mich darauf, dass das Leben weiter geht.

Advertisements
Kategorien: Hometown Blues, I hope, I think, I know | Schlagwörter: , | 8 Kommentare

Beitragsnavigation

8 Gedanken zu „Zukunftsperspektive

  1. Das klingt toll. Und ich bin neidisch. Aber gut-neidisch. 🙂
    Ist es vermessen, dich um ein kleines Quäntchen Glück als Spende für einem armen kleinen Geist zu bitten?

  2. Miss James

    Mit gut-neidisch kann ich umgehen 🙂

    Ich würde unheimlich gerne was von meinem Glück abgeben. Ich kenne da einige, die das gebrauchen könnten.

  3. Thomas

    Hört sich also an, als wäre das ein Gratulations-Grund. Sei hiermit geschehen. Wie gesagt: schade. Hast ja doch immer sehr schön über BI geschrieben. Bald werden wir lesen, daß es auch woanders total schön ist… noch schöner vielleicht sogar 😉

  4. das hört sich gut an. ich hoffe, dass ich das gleiche im nächsten jahr auch verkünden kann. nur mit einer anderen stadt, aber mit den gleichen bedenken.

  5. ann

    Und dann werde ich 4 Monate nach meinem „Fortgang“ nun für dich singen: Du machst das gut, Honey! Wenn du fort bist und du dort bist, wo man dich, hoff ich, so empfängt wie wir’s hier würden, dann denk nur einmal an zuhaus…

    Ich wünsche dir/euch so sehr, dass aus all dem Neuen so viel Gutes wird, wie es bei mir gerade der Fall ist. 🙂 Dass du Muffensausen hast, ist doch ganz klar und man gibt ja auch nicht leichtfertig alles auf, was man sich in den ganzen Jahren aufgebaut hat, aber wie du schon schreibst, es ist auch eine Chance.

  6. Pingback: Neue Westfälische - Blogspot

  7. Wie sehr Du ja Bielefeld magst, haben wir alle mitbekommen. Umso erstaunlicher finde ich ja, das Du bereit bist in eine andere Stadt zu ziehen, wo Dein Herz doch so an Bielefeld hängt.
    Persönlich stehe ich ja vor einer ähnlichen Entscheidung. Ich hänge sehr an meiner Geburtsstadt Berlin, muß mich aber in ca. einem Jahr entscheiden ob ich denn nun entlassen werde oder mit Job nach HH ziehe. Und es fällt mir so extrem schwer mich gegen Berlin zu entscheiden.
    Wo geht es denn bei Dir eigentlich hin, wenn man fragen darf?

  8. Andi, mein Herz hängt sehr an Bielefeld (obwohl ich doch erst seit 5 Jahren hier lebe), aber es gibt dann doch noch etwas, was wichtiger ist – hoffentlich – als der Wohnort. Ich gebe also der Stadt (Dortmund) die Chance. Und wenn es nicht klappt, dann nicht. Ein Zurück könnte es ja im Zweifelsfall immer geben. Aber ich muss sagen: überraschenderweise mag ich Dortmund und das Ruhrgebiet. Es ist mir in den letzten Monaten sehr ans Herz gewachsen. Diese Kulturhauptstadt-Geschichte hat da sicherlich zu beigetragen. Und jetzt hat der Zufall ein bisschen mit seine Finger im Spiel gehabt.

    Niemals nie würde ich Bielefeld verlassen, wenn es sich nicht richtig anfühlen würde. Ab und zu muss man auch mal was Neues wagen.
    (Hamburg ist auch schön. Wunderschön!)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: