die Sache mit dem Fernsehturm

Seit 2005 lebe ich in Bielefeld und ich hatte es noch nie geschafft, zum Fernsehturm zu fahren. Mythen ranken um ihn, den mehrere „eingeborene“ Kolleginnen erzählte mir, sie hätten den Weg dort hin einfach nie gefunden. Man sieht ihn natürlich, ein bisschen erhaben ragt er aus dem Wald. Und wenn man auf der B 68 Richtung Halle unterwegs ist, dann ist er nicht zu übersehen. Doch wie hinkommen?

Heute war ein schöner Herbstsonntag. Die Sonne schien, das Laub leuchtet in den schönsten Gelb- und Rottönen. Es ist Spaziergangwetter und ich war noch nie am Fernsehturm. Einmal hatte ich recht spontan versucht, ihn zu finden und war gescheitert. Heute wollte ich besser vorbereitet sein und suchte zuvor ihn und die Wegbeschreibung im Internet. Da fing das Problem schon an. Egal, ob man bei Google Maps „Fernsehturm Bielefeld“, „Fernmeldeturm Bielefeld“ oder sogar „Hünenburg Bielefeld“ (das steht er) eingibt: kein passendes Resultat. Zumindest keins, was mich irgendwie weiterbrachte. Doch Twitter sei Dank bekam ich dann doch noch die Straße raus und ein Blick auf die Karte verhieß einen einfache Anfahrt.

Zunächst gab es natürlich ein kleines „Oh, ich glaube, wir sind doch an der Straße vorbeigefahren“-Szenario, dann einmal wuppwupp die Serpentinen bei „Peter aufm Berg“ hoch runter, gewendet, hoch, runter und wieder zurück. Zunächst in einen dann doch nicht so befahrbaren Waldweg, dann noch eine Straße weiter. Da ist ein Schild. „Befahren nur mit Sondergenehmigung“. Ich hatte leider weder Zettel noch Stift dabei und konnte mir so keine Sondergenehmigung ausstellen. Verdammt.

Natürlich hätte man das Auto dort irgendwo abstellen und zu Fuß laufen können. Aber ich wollte nur einen Spaziergang machen und keine Bergwanderung. Dafür hätte man vielleicht auch mehr Zeit gebraucht. Ich wünschte mir doch nur einen kleinen Sonntag-Nachmittag-Ausflug. Zum Fernsehturm oder wie auch immer der heißt. Bielefeld scheint nicht zu wollen, dass so was cooles wie ein Fernsehturm ein Ausflugziel wird. Und während ich fluchend wieder Richtung Stadt fuhr fand dieser Gedanke seinen Weg, den ich so gerne unterdrücken möchte: „Bielefeld, du machst es mir gerade echt nicht einfach.“ Denn ja, ich werde in absehbarer Zeit in eine Stadt umziehen, wo ich schon jetzt weiß, wie ich zum Fernsehturm komme.

Der Sonntagnachmittagausflug fand dann an dem Ort statt, der mich in Bielefeld irgendwie immer versöhnt: die Sparrenburg. Von dort aus sieht man übrigens auch den Fernsehturm. In weiter Ferne. Vielleicht schaffe ich es irgendwann ja doch noch.

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Kategorien: Hometown Blues | Schlagwörter: | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „die Sache mit dem Fernsehturm

  1. Thomas

    Die Fernsehturm-Verschwörung: Der Bielefelder Fernsehturm, der Fernsehturm, es nicht gibt.

    Das ist aber schade mit der anderen Stadt. Wohin denn?

  2. Dortmund. Erfolgreicher Erstliga-Fußball. Aber ich schwöre: mein Herz schlägt weiter schwarzweißblau 😉

  3. Thomas

    Übrigens war ich ja ziemlich oft beim Fernsehturm. Mit dem Rad!

    Im nächsten Jahr müssen wir uns vielleicht sowieso alle einen neuen Verein suchen… #verwitwet

  4. Pingback: Neue Westfälische - Blogspot

  5. Also der Dortmunder Fernehturm heißt Florian. Den kann ich dir nur empfehlen.

    Mit Aussichtsplattform und einem schnieken Restaurant oben drin – das sich dreht!! Jaa, voll geil! Beim Essen hat man dann nen Rundumblick über Dortmund.
    Aber das dreht sich ganz langsam, es wird einem nicht schlecht =)

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