Fastenzeit

Während ich das hier schreibe, esse ich zwei Steaks und trinke Bier. Nee, stimmt gar nicht. Aber wenn, dann wäre es das letzte Steak und das letzte Bier, für 46 Tage. Es ist Fastenzeit. Im letzten Jahr habe ich versucht, in dieser Zeit ohne Süßigkeiten auszukommen, was ich allerdings nach ungefähr 2,5 Wochen abbrach, weil ich meine Umwelt unter meinen ungeheuren Aggressionen litt. Das wollte ich natürlich niemanden noch einmal antun, wollte mich aber prinzipiell wieder der Herausforderung stellen, auf etwas zu verzichten, was meinem Körper/der Ökobilanz/dem Planeten/der Menschheit/mir (sucht euch was aus) eh nicht so gut tut.

Fleisch war mein erster Gedanke. Es ist aber fast zu einfach, weil ich eh kein großer Fleischesser bin. Ich liebe Schnitzel. Aber ich kann auch 46 Tage ohne auskommen. Auf Fleisch zu verzichten, wäre ein bisschen so, als würde man mir sagen, ich müsse 46 Tage auf Bananen verzichten. Ess ich halt was anderes. Kein Problem. Zu einfach. Ich mache es trotzdem. Seit neuestem trenne ich ja sogar meinen Müll anständig. Während der Fastenzeit komplett auf Fleisch zu verzichten ist mein Beitrag, ein besserer Mensch zu sein. Irgendwie.

Alkohol. Und da habe ich wirklich lange drüber nachgedacht. Es ist ja nicht so, dass ich mir jeden Abend die Hucke vollschütte. Aber beim Ausgehen ein (bis acht) Bier, oder mal ein Gin Tonic, das ist schon dabei. Aber dann fiel mir ein, dass ich vor zwei Jahren mal einen Monat gar keinen Alkohol getrunken hatte, das war direkt vor einer Theaterpremiere und ich hatte einfach gar keine Zeit dafür. Weder zum Trinken, noch (viel weniger) um nur ein bisschen einen Kater auszukurieren. Und ich weiß noch, wie gut mir das damals tat.
Glücklicherweise ist ja derzeit kein Weihnachtsmarkt, ich muss also nicht auf Glühwein verzichten. Ich weiß nur noch nicht, ob ich den Blogger-Stammtisch nüchtern überstehe, aber das wird sich dann zeigen.

Warum ich das hier veröffentliche? Um mir selbst Druck aufzubauen. Jeder soll mit dem Finger auf mich zeigen, wenn er mich sieht, wie ich heimlich in einer dunklen Straßenecke eine Currywurst esse und dabei an einer Beck’s-Flasche nippe.

Und irgendwie freu ich mich schon auf Ostern.

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Kategorien: Eat & Greet | 7 Kommentare

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7 Gedanken zu „Fastenzeit

  1. eigentlich eine gute idee etwas zur besinnung zu kommen. habe es noch nie bewußt verfolgt. ist ja auch eher so katholisch, scheint mir, aber vielleicht ist süßigkeitenreduktion keine schlechte maßnahme :-). viel gelingen!

  2. Ich hoffe, dass hier nicht der Verdacht kommt, dass ich das aus religiösen Gründen mache. Ich nutze einfach nur den Zeitraum mit 🙂 Auf Süßigkeiten kann ich nicht verzichten. Da werde ich unkontrollierbar 😉

  3. ninni

    Ooh Schade dass ich Ostern nicht da bin… Jetzt macht ihr bestimmt ein Sekt-Frühstück…
    Also, gutes Gelingen, dann wird Ostern noch schöner 🙂

  4. ann

    ich habe für einen kurzen moment überlegt, ob ich mich deinem vorhaben anschließe, aber dann fiel mir gerade noch ein, dass die vereinsfahrt vom kamp in diese zeit fällt. vielleicht nehme ich einfach die 46 tage NACH ostern. 😉

  5. Also wir haben ja heute auf Arbeit auch mal überlegt, was einfacher ist, auf was Süßes zu verzichten oder auf Alkohol. Ich würde beides nicht schaffen. Jedenfalls keine 46 Tage. 😦

  6. Little James

    Ich werd mal schauen, ob ich durchhalte…
    Ninni, Ostern bin ich auch nicht da. Wir können das ja zu zweit nachholen 🙂

  7. Wenn das noch mehr Leute machen, wird es sicher ein sehr unterhaltsamer BiBloStaTi nächste Woche. Allein schon wegen der zu erwartenden Kontraste. Rock on! 🙂

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