Das erste Mal (2009)

Wenn alle ihren Jahresrückblick erstellen und darüber nachdenken, was so passiert ist, dann überlege ich mir immer, was ich im Jahr zum allerersten Mal gemacht habe. Das ist dann mein persönlicher Jahresrückblick. Klugerweise habe ich im Laufe des Sommers sowohl mein Handy als auch meinen Kalender verloren, von daher muss die erste Jahreshälfte aus meiner Erinnerung heraus Revue passiert werden, es könnte also durchaus größere Lücken geben.

Was habe ich in diesem Jahr zum ersten Mal gemacht und erlebt? Ein paar Metropolen und Dörfer wurden zum ersten Mal von mir besucht: Brooklyn, Brüssel, Wildeshausen, Nürnberg, Rothenburg und Aurach. Ich war zum ersten Mal am Meer, während draußen Schnee fiel.
Außerdem habe ich zum ersten Mal eine Fortbildung gemacht, so mit Lernen und Prüfung am Ende und so. Das waren anstrengende Monate, aber es hat sich gelohnt.

Ganz viele Dinge habe ich zum ersten Mal gegessen bzw. getrunken. Aber das kann man ja in den monatlichen Berichten nachlesen. Süßkartoffel hat mir ganz gut gefallen. Kumquats waren auch lecker. Einiges war aber wirklich großer Müll.

Ich bin zum ersten Mal am Kopf operiert worden, und das gleich auch ohne Betäubung. Ich war deswegen auch zum ersten Mal Samstags bei einem Notdienst (da wurden mir die Fäden gezogen) und durfte zum ersten (und hoffentlich letzten Mal) den Satz „Oh, pass auf, mir läuft da gerade Blut am Ohr runter!“ sagen. Zu dieser Zeit habe ich es auch zum ersten Mal geschafft, den Zieleinlauf des Hermannlaufs mitzuverfolgen, bisher hatte ich immer verschlafen.
Ich war zum ersten Mal bei den Bielefelder Puppenspielen. Das war die Nacht, als die Wildgänse zurück kehrten.

Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich für ein paar Wochen oder sogar Monate das Gefühl, dass ich alles verliere, was mir wichtig ist. In mehreren Bereichen zerbröckelte alles irgendwie. Und dann kam ein Moment, da wusste ich weder was ich denken noch fühlen soll. Am Liebsten hätte ich mir eine Decke über den Kopf gezogen, aber sowas hilft natürlich nicht. Also versuchte ich eine Flucht nach vorn. Es hat geklappt. Manchmal glaube ich, es ist wie auf einem Seil balancieren. Es ist (noch) etwas wacklig, aber es geht nach vorne und wird mit jedem Schritt sicherer.

Ich habe zum ersten Mal selbst Möbel lasiert und bin stolz auf das Ergebnis. Wer weiß, wie handwerklich ich „begabt“ bin, der weiß auch, warum. Ich habe mich bei Facebook und Suchtmacher FarmVille angemeldet, war auf einer türkischen Hochzeit, habe einige Musiker zum ersten Mal live gesehen. Es gab zum ersten Mal für mich Plätzchen in Elch- und Igelform. Ich habe zum ersten Mal Weihnachten nicht mit Familie Schlimm verbracht, sondern nur mit Menschen, die ich wirklich mag.

2009 ist fast vorbei. Es war im Ganzen gesehen kein besonders tolles Jahr, auch wenn es einige wirkliche Highlights hatte. Und das Ende verspricht ein gutes neues Jahr. Ich erinnere mich an ein ganz ähnliches Jahr und vielleicht braucht man ab und an solche Jahre, damit man sich wieder orientiert und für das kämpft, was einem wichtig ist.

Und bevor das hier zu einem sentimentalen Kitsch ausartet (ich will hier keine Tränen sehen): euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Möge 2010 für alle fantastisch werden.

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Kategorien: I hope, I think, I know | Hinterlasse einen Kommentar

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