my heart still beats for her

Anna und das rote Piano – was wie ein Titel eines Kindermärchens klingt, wurde für Bielefeld wahr. Zusammen mit den Musikern Andreas Söderström und Johan Berthling bildete Anna Terhnheim das Acoustic Trio, das zu verzaubern wusste.

Gut 250 Gäste – immerhin mehr als bei ihrem Auftritt 2007 – haben sich eingefunden, um sich dieses besondere Konzert anzuschauen. Alles in allem verspricht es ein ruhiger und schöner Abend zu werden. Die kleine Halle des Ringlokschuppens ist teilbestuhlt, die Bühne in rotes Licht getaucht, das überwiegend eher ältere Publikum steht in kleinen Gruppen zusammen und wartet geduldig. Doch dann kommt sie auf die Bühne, Anna Ternheim, die Frau, die im ersten Moment so aussieht, als könne sie auch in der Nachbarschaft wohnen, so normal halt, aber dann doch eine so fesselnde Ausstrahlung hat, wenn sie anfängt zu singen.

Sie singt fast alle Lieder ihrer beiden Alben „Somebody Outside“ und „Leaving On A Mayday“, ihr Gesichtsausdruck dabei meistens ernst, fast trotzig, und ihre Stimme so klar und einzigartig, dass die Gänsehaut nicht lange auf sich warten lässt. Wer so singen kann, der braucht keine großen Gesten, keine aufwändige Bühnenshow und mit Sicherheit keine anderen Effekte. Sie ist einfach präsent und wir alle hängen an ihren Lippen und hören die Lieder über die Liebe, das Älterwerden und das Leben. „Are you ready for another sad song?“ Das sind wir. Und belohnen jedes Stück mit einem Applaus als wäre es für das letzte Lied am Abend. Dafür schenkt sie uns dann ihr Lächeln, das man so selten sieht. Und Komplimente verteilt sie dann auch noch, an uns, das großartige Publikum, welches so schön leise ist und ihr die volle Aufmerksamkeit schenkt. Es hat halt doch Vorteile, in Ostwestfalen Konzerte zu besuchen.

Anna Ternheim und ihre beiden Musiker belohnen uns dafür. Nach dem offiziellen Set, in dem sie manchmal ihr rotes Piano und ansonsten Gitarre spielt, kommt noch ein Zugabenblock. Sie präsentieren ein neues Lied „Make It On My Own“, welches sie erst zum dritten Mal live spielen. Anschließend mein persönliches Lieblingslied „What Have I Done?“ und dann spielt Anna Ternheim ganz alleine (und mit kleiner Unterstützung aus der Konserve) „China Girl“ von David Bowie.

Sie gehen ab. Der Applaus will nicht enden. Und sie kommen tatsächlich wieder. Anna Ternheim strahlt und sagt, sie müssten jetzt aber improvisieren, das hätten sie noch nie gemusst. Die drei flüstern ein wenig auf der Bühne, das Publikum lacht ein wenig und noch nie war sie mir so sympathisch wie in diesem Moment.

Und dann kommt das letzte Lied. Fly Me To The Moon von Bart Howard. Noch während des Stückes winkt sie dem Publikum zu und geht dann endgültig.

Es gibt Konzerte, an die wird man sich immer erinnern. Anna Ternheims „The Acoustic Trio“-Konzert ist so eins. Hoffentlich kommt sie bald wieder. Und dann heirate ich sie aber. Bestimmt.

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Kategorien: our night out | Schlagwörter: | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „my heart still beats for her

  1. Wir haben sie im April leider nicht dazu bringen könne, in Verlegenheit zu geraten ( click – sofern es erlaubt ist, ein Löschen wird andernfalls sicher nicht als böse empfunden)

  2. Little James

    Solche Links lösche ich nicht 🙂

  3. merci. 🙂 Ich nutze Deine Gutmütigkeit nur noch einmal mal aus:

    OT:
    Wenn Du die Möglichkeit hast Ingrid Michaelson live zu erleben, lass alles stehen und liegen und mach es!

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