4 Jahre

Seit vier Jahren wohne ich in Bielefeld. Wirklich erst vier Jahre, denn es kommt mir viel länger vor. Als ich letzte Woche einer Freundin daovn erzählte, musste sich auch überlegen. 2005, stimmt. Aber manchmal denke ich, ich habe seitdem so viel erlebt, das reicht eigentlich für sechs Jahre. Oder noch mehr.

Photobucket

Mein Leben in der kleinen Großstadt. Liebschaften, Liebeskummer, Schmetterlinge im Bauch, Wut. Wilde Parties und gemütliche Sonntagnachmittage. Football- und Fußballspiele und Hermannslaufjubeleien. Bloggen & twittern. Selbstgekochtes Essen und nächtlicher Döner. Ein Umzug. Konzertbesuche in mittlerweile bestimmt fast dreistelliger Höhe (ja, das kommt tatsächlich hin). Lesungen, Poetry Slams, Theater (passiv und aktiv). Tränen und Gelächter. Das Kamp, das Forum, der Ostbahnhof, der Falkendom und sogar der Ringlokschuppen. Tequila und Bio-Limonade. Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, Smoothies im Sommer. Die Treppe am TaM, die Sparrenburg, der Siggi, meine Haustreppe, mein Garten. Freunde und Leute, auf die man auch gut verzichten könnte. Mellow Gold, Milestones, Café Berlin. Freunde gefunden, Freunde verloren. Schmerz und Freude. Eine Festanstellung. Eine Nebenberufung. Oder zwei. Die Schließung des Lieblingsplattenladens. 18 Paar neue Schuhe (grob geschätzt). Eine Menge neuer Möbel. Abschiede. Eine unkonventionelle Weihnachtstradition von meiner Schwester und mir. Sushi, Cocktails, Milchkaffee, Donuts. Verzweiflung und Optimismus. Die Wäschefabrik, das historische Museum, die Kunsthalle.

Und niemals: der Gedanke, die Stadt jemals verlassen zu wollen, woanders es besser zu haben.

Oh, Bielefeld, in den letzten Wochen hatte ich zu wenig Zeit für dich. Doch die Erinnerung an die letzten vier Jahre, die bleibt. Und es werden weitere dazu kommen. Sowohl Jahre als auch Erinnerungen. Versprochen.

Advertisements
Kategorien: Hometown Blues | 16 Kommentare

Beitragsnavigation

16 Gedanken zu „4 Jahre

  1. Schön!

  2. Bielefeld wird auch erst so richtig Bielefeld durch die Leute, die dahinkommen. Solche wie du. Schön geschrieben.

  3. dieschoenheitderchance

    Hey, danke ihr zwei. Irgendwo zwischen diesen Zeilen steht ihr ja auch 🙂

  4. Also so wie Du bisher von Bielefeld in Deinem Blog geschrieben und geschwärmt hast, hätte ich gewettet das Du länger dort wohnst, oder gar dort geboren bist. Und dann muß ich lesen das Du erst seit vier Jahren dort lebst.
    Die Stadt, von der ich nur den Bahnhof und die Firma kennen gelernt habe die ein Investor herunterwirtschaftet (oder gewirtschaftet hat) der im Zuge dessen auch meinen ehemaligen Arbeitgeber auf dem Gewissen hat.

  5. dieschoenheitderchance

    Andi, hier fühl ich mich einfach richtig Zuhause.
    Der Investor kam bestimmt nicht aus Bielefeld, sondern aus einer ganz bösen Stadt. Münster zum Beispiel 😉

  6. Münster ist böse? Wo so viele Radfahrer herumdüsen kann es nichts böses geben! 🙂
    Nee, es waren / sind Engländer. Ich glaube das ist die britische Rache für das, was BMW mit Rolls Royce gemacht hat.

  7. Pingback: Neue Westfälische - Blogspot

  8. Tim

    Schöner Text… auch wenn ich irgendwie schon immer froh bin das schöne Bielefeld richtung noch schönerer Heimat zu verlassen… eben jenes Münster 😉

  9. zauberkarussell

    Schniff …

  10. LilaBalkon

    Mein Gott, ich hab mich gerade wieder in meine Heimat verliebt!
    Danke!
    Kann das bitte veröffentlich werden, in der Zeitung auf Seite 1?
    Bielefeld braucht Pubilcity und wenn sie so ehrlich und mit dem Herzen geschrieben wurde, dann soll, nein, dann muß die ganze Welt wissen, wie schön Bielefeld ist…

  11. @ Andi: Das glaubst du 🙂 Das ist ein hinterhältiger Trick von Münster!

    @ Tim: Ach was…Bielefeld ist viel schöner. Und wir spielen besser Fußball 😉

    @ Zauberkarussel: *Taschentuch reich*

    @LilaBalkon: Bei entsprechender Bezahlung geb ich den Text natürlich gern frei. Könnte den sogar noch verlängern!

  12. Guigsy

    Wenn viele andere diese Stadt ähnlich zu schätzen wüssten, hätte sie auch mal gleich ein ganz anderes Image. Das Problem des gemeinen Bielefelders ist ja, dass er/sie seine/ihre eigene Stadt auch noch permanent schlecht redet. Also danke für diesen Beitrag! 🙂

  13. schueli

    Darum ist jede Stadt auch ein bisschen wie daheim.

  14. Fudge

    Schön geschrieben!
    Sag mal, kannst du nicht mal ein Bild vom Siggi machen? Ihr redet, twittert und bloggt alle so viel darüber, dass es mir fast schon so vor kommt, als wäre es bei mir umme Ecke 🙂
    Biiiiiiiiitte, mach doch mal ein Foto!

  15. dieschoenheitderchance

    kommt sofort 🙂

  16. Fudge

    Juhuuu! #freu

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Bloggen auf WordPress.com.

%d Bloggern gefällt das: