Kleider machen Leute

Wer mich kennt, weiß: Ich bin eher so der Jeans-und-Shirt-Typ. Röcke trage ich im Sommer gern, Blusen hasse ich, und Kleider besitze ich zwar, aber 75 % davon sind nur für den Strandgebrauch. Und im vierten (ja, ihr glaubt, das ist nicht wenig, aber ihr wisst auch nicht, wie viele Hosen ich besitze) finde ich, dass ich schwanger aussehe. Ja, auch vom Größenwahn besessene Frauen kann sowas passieren.

Am nächsten Wochenende geh ich zu einer Hochzeit. Ich war schon seit Jahren nicht mehr bei einer Hochzeit. Bei den letzten beiden (2006 und 2003) hatte ich einen Rock an, das weiß ich noch. Davor besaß ich mal Kleider, das weiß ich auch noch, die dem Anlass entsprachen. Doch die sind längst aussortiert. Also begab ich mich auf die Suche. Kosten sollte es natürlich nicht viel, ich trag das dafür ja viel zu selten. Stundenlang durchforstete ich mit mäßigem Interesse das Internet. Ich mag Kleider nicht wirklich gerne. Und die, die mir gefallen, die könnte ich niemals zu einer Hochzeit tragen. Dann bestellte ich eins, das sah dann in der Realität aber ganz anders aus als im Online-Shop. Zurück damit. Und dann bot mir eine Kollegin ein Kleid an. Das sah gut aus, das Angebot nahm ich also gerne an.

Mein Körper und ich sind sich einig: Kleider sind nichts für mich. Für eine Frau habe ich einfach ein zu breites Kreuz. Obwohl meine Kollegin und ich die gleiche Kleidergröße tragen, so sind wir doch unterschiedlich im Körperbau. Um den Reißverschluss im oberen Drittel schließen zu können, hätte ich mir eine Rippe entfernen lassen müssen. Und das Jäckchen dazu bekam ich kaum über die Schultern. Einen ganzen Abend mit nach vorne gezogenen Schultern überlebe ich nicht. Schweren Herzens sah ich das ein.

Ich sah mich schon die ganze Woche lang von Geschäft zu Geschäft ziehen und dann ein völlig überteuertes Kleid zu kaufen, dass ich über mein Ringerkreuz bekomme. Glücklicherweise konnte mir dann aber Airsign weiterhelfen. Sie erlöste mich vom Schicksal und besitzt dann ein Kleid, das mir gefällt, mir passt und nicht so overdressed ist, dass ich den ganzen Abend kotzen möchte. Ehrlich: am Liebsten würde ich zur Hochzeit Jeans und Trainingsjacke tragen, aber sogar ich weiß, was sich gehört. Und ich besitze sogar passende Schuhe. Gut, so gesehen habe ich zu jedem Anlass passende Schuhe.

Entspannt kann ich jetzt also in die kommende Woche gehen. Es sind nur noch zwei Fragen zu klären. Erstens: was schenkt man einem Kind zur Taufe? Und zweitens: was zum Teufel mach ich bloß mit meinen Haaren? Frau sein ist wirklich nicht immer einfach…

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Kategorien: me, myself & I | Schlagwörter: , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Kleider machen Leute

  1. Nicht dass es mir unbedingt an Phantasie mangeln würde, aber dennoch schreit doch dieser Beitrag geradezu nach einem Photo von Dir im Kleid, nicht ja oder?

    Kind zur Taufe-Geschenk: Wenn Du dir Eltern magst, schenk Geld. Das hörts ich zwar einfallslos ein, kommt den Eltern aber bestimmt entgegen. Wenn Dir Geld allein zu platt ist, kauf ein Sparschwein und steck da etwas Geld rein. Wenn Du die Eltern nicht magst, kauf irgendein Plastikspielzeug, was ganz irgendwelche extrem nervigen Geräusche macht.

  2. Ich denke, wenn die Hochzeit gelaufen ist, dann wird es sicherlich das ein oder andere Bild im Kleid von mir geben 😉 Das werde ich dann nachreichen.

    Dank Sonki habe ich ein Geschenk gefunden. Eine Babyflasche aus Glas, die vom Glasbläser mit dem Namen und Taufdatum beschriftet ist. Das gefällt mir und meiner anti-christlichen Seele.

  3. Das es jog schon geschrieben hat, brauche ich mich ja nur noch dran hängen. 😉

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