Don’t Look Back in Enger, äh, Anger

Rückblick Montag vormittag: ich überlege, ob ich nicht spontan am Wochenende (also heute) nach Konstanz zu Rock Am See fahren soll. Die Karten sind günstig und es spielen u. A. Mando Diao, The Hives, Kasabian und Oasis. Schon allein für ein einzelnes Ticket für Oasis würde ich soviel hinblättern, wenn es sein müsste. Aber Konstanz ist ja leider nicht „umme“ Ecke, die Fahrt hin und zurück würde also ungefähr noch mal das Dreifache kosten. Ok, ich lasse es. Die Vernunft siegt. Ich bin neidisch auf die, die hinfahren. Oasis.

Rückblick Montag Abend: ich sage zu, am Wochenende bei einem Umzug zu helfen. Gut, mach ich wenigstens was Sinnvolles, fülle mein Guter-Mensch-Punktekonto wieder auf und dann geht der Tag schnell rum. Ich werde gar nicht groß darüber nachdenken, dass ich Oasis verpassen werde. Abends werd ich auch viel zu müde sein.

Rückblick heute Morgen: ich steh früh auf und pfeife unter der Dusche „Don’t look back in anger“. Der Umzug findet nämlich in der kleinen Stadt Enger statt. Hach, wie herrlich ist es, in Enger zu sein und dieses Lied dabei zu singen. Vor allem auf dem Rückweg. Don’t look back in Enger. Super, was für ein Kalauer.
Bevor ich losfahre, schau ich noch schnell im Internet bei meinen Netzwerken vorbei, was denn meine (Netzwerk-)Freunde so machen, fühlen, denken. Und als ich die Statusmeldung meines „Schwagers“ lese, wird mir plötzlich schwummrig. Ich kann nur ahnen, was er meint, und so schnell wie noch nie zuvor habe ich bei Google das Wort „Oasis“ eingetippt. Und da steht es dann: Noel hat hingeworfen.

„It’s with some sadness and great relief to tell you that I quit Oasis tonight. People will write and say what they like, but I simply could not go on working with Liam a day longer.

„Apologies to all the people who bought tickets for the shows in Paris, Konstanz and Milan.“

Gut. Gut, dass ich nicht nach Konstanz gefahren bin. Und gut, dass ich beim Umzug heute mit Schleppen beschäftigt war. Als dann im Radio „I’m outta time“ lief, war das schon merkwürdig. Oasis begleiten mich seit über einem Jahrzehnt. Ich bin mit ihnen erwachsen geworden. Ich habe meinen ersten Liebeskummer mit ihnen überstanden und meine Jobzusagen gefeiert. Sie waren immer da. Ich habe von keiner anderen Band so viel Musik und Merchandising. Jetzt weiß man als Oasis-Fan natürlich, dass sich das wieder beruhigen kann. Ist ja nicht das erste Mal, dass die Brüder sich die Köpfe einschlugen und man sich trennen wollte und wieder zusammen fand. Aber dieses Mal fühlt es sich endgültig an.

Kettcar singen: „Zurückkommen, essen und einsehen zum Schluss, dass man weitermachen muss.“ Ich singe noch weiter Oasis-Lieder, weil sie immer passten und immer passend werden. Don’t throw it all away.

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Kategorien: I hope, I think, I know | Schlagwörter: | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Don’t Look Back in Enger, äh, Anger

  1. Als ich das gelesen habe, war ich in Gedanken gleich wieder in der Sporthalle beim Oasis-Konzert. Mit Dir. Auf dem ich war, weil ich mir aufgrund Deiner SMS eine Karte gekauft habe. Zum Glück!! Aber wie Du schon sagst, eine Wiedervereinigung ist bei den beiden Knallköpfen ja nicht auszuschließen…

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