„Haldern ist ein Gefühl“

sag ich immer, wenn ich gefragt werde, was denn so besonders sei an diesem kleinen Festival am Niederrhein. Es ist halt nicht nur ein Festival, bei dem Menschen zusammenkommen, sich Bands anschauen und dann wieder feiern. Es ist die Liebe, die in Haldern in fast jedem Detail steckt. Und die man nicht in Worte fassen kann. Zumindest nicht in die richtigen, passenden, die einem Außenstehenden das beschreiben können. Und man kann sie auch kaum in Bildern festhalten, weil es Dinge gibt, die meine Kamera nicht aufnehmen kann. Diese Besonderheiten, die das Haldern so einzigartig machen. Für mich jedenfalls, und ich weiß: ich bin nicht allein mit dieser Meinung.

Dieses Jahr war alles ein bisschen anders. Eine andere „Zeltplatzgemeinschaft“ als in den Jahren zuvor. Kein Headliner auf den ich mich wirklich freute. Dafür neue Bekanntschaften. Es gibt ja Menschen, mit denen versteht man sich vom ersten Moment an ausgezeichnet. Solche trifft man auf dem Haldern. Und dann gibt es welche, denen geht man seit Jahren aus dem Weg. Die trifft man dort leider auch. Aber anstatt mit einer Zeltstange seine Gewaltphantasien auszuleben, geht man dann halt eben. Zu den guten Menschen. Spaziert um den kleinen See in der Nähe (Nina Persson von The Cardigans ist da ja unter anderem schon drin geschwommen) oder singt spät abends unterm Pavillon Lieder von James und The Jam. Oder man friert einfach nachts noch eine Runde vorm Spiegelzelt, so dass man fast bibbernd sein Getränk verschüttet. Oder man sucht sich einfach einen schönen Platz und erzählt und lacht. Dafür ist das Haldern einfach ein denkbar geeigneter Ort.

Und so ganz nebenbei entdeckt man ganz tolle Musik, möchte plötzlich Frauen (Anna Ternheim) heiraten, kichert über den Tanzstil anderer Zuschauer bei The Thermals und mag mal wieder The Maccabees. Andrew Bird ist ein großartiger Musiker, von The Irrepressibles kann man dagegen schon mal Albträume bekommen. Der Zeitplan stimmt irgendwann von vorne bis hinten nicht mehr, aber nun gut, auch das ist Haldern.

Was jedes Jahr gleich ist: wenn ich fahre bin ich wehmütig. Nach diesen Tagen voller Eindrücken bin ich jetzt alleine hier. Nach der Dusche ist der letzte Festival-Dreck verschwunden. Der kleine Sonnenbrand auf der Nase wird morgen nicht mehr da sein. Aber noch eine Weile werde ich daran denken, wie wir Sternbilder geschaut haben (also, die zwei, die wir gefunden haben), wie der Nebel nachts zwischen den Zelten hing, wie wir über Musik geredet haben und wie wohl ich mich gefühlt habe, so Haldern eben. Nur dieses Gefühl erklären, das kann ich nicht so richtig gut.

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Kategorien: our night out | Schlagwörter: | 2 Kommentare

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2 Gedanken zu „„Haldern ist ein Gefühl“

  1. Oh jaaaaaaaaa!

  2. dieschoenheitderchance

    🙂

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