Myspace – Fluch oder Segen?

Seit Ende 2006 bin ich bei Myspace angemeldet und nutze die Plattform weniger als Netzwerk unter Freunden, sondern eher als Möglichkeit, schnell an Musik zu kommen. Gerade für unbekanntere junge Bands ist es sicherlich eine gute Möglichkeit, einfach ihre Musik zu verbreiten.

Und wer dann zum Beispiel Haldern-Karten kauft, und die Hälfte der Bands (zunächst) gar nicht kennt, der kann sich mal einen Abend hinsetzen und reinhören. Das find ich gut.

Doch Myspace hat sich verändert. Vermutlich durch das rasante Wachstum und natürlich auch wegen vergleichbarer Communities wie Facebook will man den Benutzern auch mehr anbieten. Doch ich befürchte, das geht nach hinten los. Die Startseite ist mittlerweile so überladen von Werbung, Ankündigungen und Video-Blabla, dass es schon ne Weile länger dauert, bis sie vollständig geladen ist. Dazu poppen bei mir derzeit ständig irgendwelche Fenster auf, die mir immer und immer wieder sagen, ich könne jetzt meinen vollständigen Namen anzeigen lassen (seid ihr irre?) oder anderen Quatsch. Neulich fiel mir dann auf, dass die Player nicht funktionieren. Natürlich war ich nicht die einzige. Das Myspace-Team fand nur eine Lösung: Cookies deaktivieren.
Sehr unbefriedigend, das Ganze.

Auch Bands verlassen Myspace wieder. Neulich las ich, dass Angelika Express ihren Myspace-Account gelöscht haben.

Die Gründe sind nachvollziehbar. Doch gibt es für Musikliebhaber eine Alternative zu Myspace? Kann man sonst noch wo gratis die Musik junger und unbekannter Künstler hören? Würde es vielleicht besser sein, wenn Myspace kostenpflichtig würde?
Manchmal wünsche ich mir, dass die Macher dort wieder einen Schritt rückwärts gehen. Back to the Roots. Wer Musik hören will, der braucht nicht die Statusmeldung eines „Freundes“ kommentieren…oder etwa doch?

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Kategorien: I hope, I think, I know | 7 Kommentare

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7 Gedanken zu „Myspace – Fluch oder Segen?

  1. Du sprichst mir sowas von aus der Seele – ich hätt es quasi genauso formulieren können. Und Musik kann man mittlerweile meiner Meinung nach tatsächlich an genug anderen Stellen entdecken. Vielleicht nicht so komprimiert an einem „Ort“ wie bei Myspace, aber gerade unbekanntere Bands (oder eben so kreative wie die Tante Angelika) bieten da meistens doch ganz gut was an (u.a. ja auch bei last.fm). Myspace ist dagegen echt nervig geworden!

  2. dieschoenheitderchance

    Ach, ich weiß nicht, last.fm kann mir Myspace noch nicht so ganz ersetzen. Ich muss mich aber schon sehr bemühen, das ganze drumherum auszublenden (Sido zb) um mich auf die Musik-Suche zu konzentrieren. Nur wenn dann der Player nicht funktioniert, dann bin ich wirklich kurz davor, alles in die Luft zu sprengen. Oder so.

  3. ich würd mal sagen, dass ich den Abschied von Angelika Express da nicht überbewerten würde – die haben ja noch jede Chance genutzt, um in die (Netz-) Schlagzeilen zu kommen, da sie scheinbar Probleme haben, im Markt zu überleben, ihre Plattenaufnahmen zu finanzieren etc.

    Nichts gegen sie, just sayin‘.

    Alternativen? Last.Fm bietet im Grunde ähnliches und gibt den Bands sogar Knete für „Airplay“.Die Gestaltungsmöglichkeiten der Seiten sind natürlich begrenzt – ICH finds besser so 😉 Aber zu Promo isses natürlich nicht so dolle.

  4. mittlerweile bedient youtube meiner meinung nach einen ähnlichen bereich ohne diese lästigen nebenwirkungen auf myspace. einzig und allein der undergroundbereich bei myspace lässt mich dort verweilen, grad wenn es darum
    geht die lokalen neuen bands zu hören. ansonsten ist die gesamte plattform ein einziges wirrwarr an werbungsflyerin und die oberfläche ist, wie robert so schön sagte sowas von unübersichtlich…

  5. Kühli

    Das mit der Knete für die Einsätze bei last.fm muss ich mal relativieren. Beispielsweise gibt es nur im Premium Radio bei last.fm Geld, und zwar 0,0005 $ für einen voll ausgespielten Song. Wow! Zum Vergleich: Bei einem Einsatz bei einer Landesrundfunkanstalt (z.B. 1 Live) gibt es 1,93 EUR für das Label oder, wenn es eine Eigenproduktion ist, eben für die Band (wenn sie ihr eigenes Label haben). Hier sollte also last.fm nicht als der faire Retter angepriesen werden. Nach einer VUT-Studie von Ende 2008 bekommt eine Indie-Band/Label erstmals nach über 22.000 Einsätzen 7 EUR von last.fm während die großen Musikkonzerne ihre Taschen über Rahmenverträge mit derartigen Plattformen vollmachen.

    Natürlich geht es bei der Web 2.0 Band Angelika Express auch immer darum auf ihre Musik hinzuweisen, die wenig im öffentlich-rechtlichen Radio stattfindet. Völlig normal, jede Band sollte Promo für ihre Musik machen.

    Es geht einer Band wie Angelika Express aber auch immer darum auf die Probleme hinzuweisen, vor denen die Musikszene steht. Es ist nicht gut, wenn sich nun auch im Netz alles auf wenige Plattformen konzentriert, insbesondere wenn denen dann noch Content für lau in den Arsch geblasen wird.

  6. Ich stimme Denis zu: Last.fm ist sicherlich eine gute Alternative zu MySpace, wenn es nur um die Musik geht.

  7. Interessante Meinungen. Werde mich wohl noch ausführlicher mit last.fm beschäftigen.

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