Ooh La!

Am Mittwoch Abend waren vier nicht unattraktive Herren aus Brighton in Bielefeld und haben unsere Ohren und Herzen erfreut. Die Rede ist von „The Kooks“. Auch wenn es Menschen gibt, die ihre Musik als „Ballermann-Britpop“ bezeichnen, so mag ich doch jedes einzelne Lied von ihnen. Ok, magst du eins, magst du alle. Die erfinden sich wahrlich nicht jedes Mal neu. Aber mir gefällt es halt und ich hab mich wie Bolle gefreut als ich hörte, dass sie hier spielen.

Der Ringlokschuppen ist ausverkauft, das habe ich länger nicht erlebt. Glücklicherweise ist mittlerweile ja keine Jacken-Saison mehr, so dass mein „Garderobe kostet hier 1,50 €“-Magengeschwür nicht weiter wachsen muss. Und glücklicherweise bin ich ja mittlerweile in einem Alter, wo ich nicht mehr jeden Euro umdrehen muss und auch mal überteuerte Getränkepreise verkraften kann. Kreislauf geht vor.

Die Halle war voll und heiß. Die Sauerstoffkonzentration sank irgendwann auf ein Minimum und die Mädchen um uns herum ähnelten immer mehr klingonischen Amazonenprinzessinnen. Meine Mutter hätte mich so nicht aus dem Haus gelassen. Aber das ist ein anderes Thema. Und wir wollten ja unbedingt weit vorne stehen, da muss man dann auch solche Absonderlichkeiten in Kauf nehmen. Oder werde ich langsam doch zu alt für den Scheiß? Eigenlich ja nicht. Allerdings hatte ich keine große Lust dazu, ohnmächtig von einem Ordner aus dem Masse gezogen werden. Die hatten übrigens gut zu tun, doch dazu gleich.

Support an diesem Abend machten Auletta, die demnächst auch auf einigen größeren Festivals zu sehen/hören sind und die zudem auch diesen Monat noch ihr Album „Pöbelei & Poesie“ veröffentlichen. Allein mit dem Albumtitel hatten sie mich schon für sich gewonnen. Ich wünsche mir ein T-Shirt mit diesem Aufdruck. Oder Bettwäsche. Ich schätze und hoffe, dass Auletta noch bekannter werden. Die großen Posen haben sie jedenfalls schon drauf. Und sie bloggen sogar, was will man mehr. Bestimmt gibts sogar einen Twitter-Account.

Der Ablauf im Ringlokschuppen ist vorausschaubar. Du weißt, wenn auf der Karte „Beginn 20:30“ steht, dann beginnt das auch um 20:30 Uhr. Und noch mehr: du weißt auch, dass der Hauptact um 21:30 Uhr beginnt. Es war nie anders. Und so ist es auch Mittwoch. The Kooks stürmen die Bühne und sofort beginnt die Arbeit der Ordner. Da die ohnmächtigen Mädchen immer an uns vorbei getragen wurden, hatte man das schön im Blick und ich schätze, dass in den 90 Minuten bestimmt 40 Mädchen ihren Verstand oder ihr Bewusstsein verloren haben. Was für ein Schnitt. Und ich meine, ja, es war voll und heiß. Und Frontmann Luke Pritchard war bestimmt auch nicht ganz unschuldig. Ich glaube auch, dass allein die Hälfte nur bei „Do you wanna“ umgekippt ist.

Der Vorteil dieses Beatles-Moments war für uns, dass die Tür nach Außen häufig geöffnet wurde und wir von daher ab und an ein kleines bisschen frische Luft schnappen durften. Aber viel zu kurz. Gegen Ende des Konzertes gaben wir auf, nassgeschwitzt vom bloßen Rumstehen und mit nur einem Wunsch: Wasser!

Von fast ganz weit hinten sehe ich zu, wie The Kooks „Seaside“ spielen, in blaues Licht getaucht. Sehe hunderte Handykameras, die diesen Moment filmen, alles fühlt sich unwirklich an. Ein großes Konzert, ein großer Moment. Und ich ahne, ich werde nie zu alt für diesen Scheiß…

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Kategorien: our night out | Schlagwörter: , | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Ooh La!

  1. Die Klingoninnen, die musst du mir bei Gelegenheit mal demonstrieren.

  2. wie recht du hast: man wird nie zu alt für den Scheiß!

  3. @ Denis: Gerne. Ich muss bin dahin nur noch das ein oder andere Accessoire besorgen…

    @ Sebastian: Was ein Glück 😉

  4. Ich liebe sie. Diese kooks’sche British English – unschlagbar.

  5. @ Simone: Jaaaa! Genau! Man hört ein Lied und denkt „yeah, genau so soll es sein!“

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