Antonia, die Alte*

…von mir liebevoll Toni genannt, ist eine Giraffe. Und mein Glücksbringer, den Fräulein Rotten-Meier mir geschenkt hat. Eine Stoffgiraffe natürlich, denn so sehr ich Giraffen ja auch mag, meine Wohnung wäre zu klein für eine richtige Giraffe. Obwohl mein Garten genug Futter böte. Nein, Antonia ist eine Stoffgiraffe, etwa so groß wie meine Hand und somit wunderbar transportierbar. Ich würde euch übrigens gern ein Foto zeigen, aber mein Kartenlesegerät ist derzeit verliehen und ich bin zu faul um das Datenkabel meiner Kamera zu suchen. Oder überhaupt, um aufzustehen. Heute Abend bleibe ich faul aufm Sofa liegen und genieße das Gefühl, mal wieder nichts zu tun. Obwohl ich meinen Theatertext lernen sollte. Aber das ignoriere ich heute.

Heute ist Antonia, die Alte zum Einsatz gekommen. In meiner „Wunderbär“-Tasche reiste sie mit mir zur IHK. Da habe ich eine Prüfung geschrieben. Für die ich wochenlang lernen wollte. Aber irgendwie habe ich mich doch mehr mit dem praktischen Teil beschäftigt, der allerdings auch noch vor mir liegt. Natürlich wollte ich dann gerne am Wochenende noch mal richtig reinhauen. Freitag und Samstag habe ich jeweils einen alten Prüfungsbogen gemacht und habe locker bestanden. Ehrgeizig wie ich bin habe ich daraufhin alle Lernsachen in die Ecke und mich in die Sonne geworfen. Ganz ehrlich: zu Beginn des Lehrgangs hatte ich noch größere Ziele, mittlerweile wollte ich nur noch bestehen.

Und ich habe bestanden. Genau mit diesem „Mut zur Lücke“-Konzept bin ich ganz gut gefahren. Gutes Ergebnis trotz recht kleinem Lernaufwand. Zumindest hätte der größer sein können. Und ich glaube, bei den anderen aus meinem Kurs war der auch etwas größer. Was ich so hörte zumindest…wie auch immer: ich bin erleichtert. Die erste Hürde ist geschafft. Jetzt kann ich mich auf den praktischen Teil in gut zwei Wochen konzentrieren. Und da der Lehrgang jetzt auch vorbei ist, ist auch Zeit genug dafür da. Zeit, endlich bald wieder Zeit.

Ob ich nicht bald in ein Loch falle, wenn ich jetzt wieder so viel mehr Zeit habe, wurde ich neulich von einer Kollegin gefragt. Sie grinste dabei. Sie ahnt, dass ich nicht lange ohne Beschäftigung bleibe. Ein paar Wochen werde ich das Gefühl genießen, nichts tun zu müssen. Aber dann, wenn der Energiespeicher wieder voll ist, dann geht’s los. Mehr Sport möchte ich machen. Und eigentlich möchte ich mich ja auch mal ehrenamtlich im JZ Kamp einbringen. Viele Konzerte besuchen und darüber schreiben. CDs hören und endlich mal wieder meinen Senf dazu abgeben, an geeigneter Stelle. Verreisen. In einem Monat wird Brüssel gerockt. Ich möchte meinen Freunden endlich das wieder geben, was in den letzten Wochen zu kurz gekommen ist. Ich möchte meinen Theatertext endlich komplett können. Und kleine Muffins mit rosa Zuckerguss backen. Langweilig wird mir nie.

Und ich möchte ans Meer. Weil es dort ein blau gibt, was mir fehlt. Ich denke, das schaffe ich diesen Sommer auch noch. Und ich werde Antonia, die Alte mitnehmen. Ich glaube, die hilft nicht nur bei Ausbilderprüfungen. Vielleicht hilft sie auch bei Prüfungen, die einem das Leben manchmal auferlegt. Und da braucht man ja auch manchmal Glück.

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*bisher dachte ich ja immer, das AdA für Ausbildung der Ausbilder steht. Antonia die Alte hat mich aber eines besseren belehrt.

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Kategorien: I hope, I think, I know, me, myself & I | Schlagwörter: | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Antonia, die Alte*

  1. Spitze 🙂

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