Schlüsselszenen

Manchmal vermisse ich sie zurück, die gute alte Zeit, als die Welt noch nicht voll von diesem ganzen Technik-Krams war. Damit meine ich jetzt gar nicht das Internet, Notebooks oder iPhones. Nein, der Satan liegt für mich nicht in diesen Dingen, sondern in etwas ganz Anderem.

Ich persönlich wünsche mir die Zeit zurück, als die Autos noch mit einem Schlüssel aufgeschlossen wurden. Schlüssel ins Schloss stecken, umdrehen, Tür öffnen, fertig. Nichts mit Elektrik oder Funk oder was weiß ich! Das soll zwar mehr Komfort bieten, aber so ganz erschließen sich mir da die Vorteile nicht.
Natürlich gibt es bestimmt Momente, wenn das super praktisch ist. Zum Beispiel, wenn man in einer Tiefgarage steht, in der 5.000 Autos parken können und man weiß wirklich überhaupt gar nicht mehr, wo man sein Auto abgestellt hat. Oder man ist so beladen, dass man den Schlüssel noch zwischen den Zähnen halten kann, dann mit einem kurzen Biss die Verriegelung öffnen und mit einem Fuß die Tür, schon kann man alle Sachen sicher im Auto verstauen, ohne sie auf der nassen (weil Regen) Straße zwischenlagern zu müssen. Praktisch. Oder auch, wenn man nach einem Banküberfall verfolgt wird und das Fluchtauto so eine Funktion hat. Damit spart man wertvolle Sekunden, das sehe ich ein.

Nur solche Momente sind ja in der Realität eher selten. Die Realität sieht so aus, dass ich nachts ganz alleine durch finstere Straßen nach Hause schluffe, ein einsames Mädchen in der Bronx (ich übertreibe hier maßlos, das ist ja wohl hoffentlich klar, aber es wirkt so einfach besser), total in Gedanken versunken an den parkenden Autos vorbeigehe und gar nicht bemerke, dass ungefähr 200 Meter hinter ihr jemand auf leisen Turnschuhsohlen schleicht. Der Turnschuhschleicher möchte mich aber gar nicht überfallen – das möchte ich ihm auch nicht raten – er möchte nur nach Hause fahren. Und so blibbt er sein Auto auf, welches zufällig genau das ist, neben dem ich gerade lang laufe.

Das sind Momente, die mich wertvolle Jahre meines noch jungen Lebens kosten. Fast nichts kann mich so sehr zu Tode erschrecken als ein plötzlich neben mir aufleuchtendes und blinkendes Auto. Das sollte verboten werden. Früher war alles besser.

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Kategorien: Augenzwinkern, me, myself & I | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Schlüsselszenen

  1. Das war bestimmt nur Kitt! 😉

  2. Oh schön, mal kein Fußball- Content! 😉
    Letzten Endes kannst Du froh sein das das Auto beim entriegeln keinen Ton von sich gegeben hat, denn manche piepen dabei noch. Das wäre dann Dein Herzinfarkt gewesen.
    Aber ein bissel blöd sind die Funkfernbedienungen zum entriegeln der Autos schon. Wenn ich mein Auto zum Beispiel via Knopfdruck wieder verschließe, dann entferne ich mich nicht einfach so. Nein… ich mache trotzdem noch die Runde und prüfe am Türgriff ob der Wagen auch wirklich zu ist! Wozu da also noch eine Fernebdienung, wenn ich eh noch am Auto verweile?!
    Komischer Weise gibt es bei meinem Smart auch nur EIN Schlüsselloch zum auf und zu schließen, sollte mal die Fernbedienung versagen. Und das Loch liegt verdeckt an der Fahrertür. Nix mehr mit Schließmöglichkeiten an allen Türen, einschließlich des Kofferraums!

  3. Wäre bestimmt auch praktisch, wenn man im Parkhaus mal einen Autoschlüssel findet. Dann kann man einfach testen, zu welchem Auto der Schlüssel gehört.

  4. also mein Auto lässt sich noch genau so öffnen – ohne Fernbedienung, ohne Zentralverriegelung, ohne alles, dafür an jeder Tür ein Schlüsseloch… ein Anachronismus auf vier Rädern!

  5. @ airsign: das ist natürlich auch eine Möglichkeit 🙂

    @ AndiBerlin: da bist du aber glaub ich eine Ausnahme. Oh, und hoffentlich friert dir das eine Schlüsselloch nie im Winter zu.

    @ Markus: Noch ein gutes Anwendungsgebiet! Passiert ja auch häufiger 😉

    @ Sebastian: Meins auch und bisher kam ich auch ganz gut damit zurecht. Das modernste daran ist eh das Radio 🙂

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