Fit für den Hermannslauf

bin ich natürlich nicht.

Immer am letzten Sonntag im April findet der Hermannslauf statt, und alle ambitionierten Läufer können – sofern sie angemeldet sind – die Strecke vom Hermannsdenkmal in Detmold bis zur Bielefelder Sparrenburg bewältigen.

Ich persönlich laufe ja meist nur meinem Bus hinterher. Obwohl ich vor ein paar Tagen auch mal wieder tapfer meine Laufschuhe geschnürt habe. Früher, als ich noch bei meiner Mutter gewohnt habe, da bin ich da immer durch den Wald gelaufen. Bergaufbergab, ohne große Probleme. Jetzt habe ich mir erst mal eine ebene Strecke ausgesucht. Gelegentlich trete ich ja noch gegen den Ball (und spiele mit ihm, nicht gegen ihn, das muss man zu dieser Zeit in dieser Stadt noch mal extra erwähnen), von daher ist meine Kondition zwar nicht die allertollste, aber immerhin bin ich nicht gleich zusammen gebrochen. Laufen macht mir Spaß, bis zu dem Punkt, an dem ich mich gerne zum Sterben ins Gras legen möchte. Diesen Punkt, dass Endorphine ausgeschüttet werden, den habe ich noch nie erreicht. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich werde weiter dabei bleiben.

Für Sonntag reicht es natürlich noch lange nicht. Spätestens an den gefürchteten Treppen von Lämershagen würde ich wohl auf allen Vieren von der Strecke kriechen. Und genau dort werden wir uns Sonntag wohl positionieren und die Läufer anfeuern. Denn Bielefeld ist ein Dorf. Und so kennt jeder ein paar Leute, die sich das tatsächlich zumuten. Ich hab sogar dem kleinen Bielefelder Lauftalent vor einigen Jahren schon Kekse geschenkt. Im Gepäck haben wir sicherlich einige Getränke, eine Physiotherapeutin und bestimmt auch die ein oder andere Banane oder Müsliriegel. Falls wir Hunger bekommen.

Selbst wenn ich in den nächsten Jahren eine tolle Läuferin werden sollte, die nicht immer nur für Kuchen rennt, sondern weil es mir richtig Spaß macht, so werde ich wohl niemals den Hermann laufen. Das hat zwei Gründe. Der erste ist: ich denke beim Laufen über mein Leben nach. Je mehr Zeit ich habe, desto mehr komme ich ins Grübeln und während eines Marathons würde ich bestimmt deprimiert abbrechen und schnurstracks ins Mellow laufen um dort wieder Lebensfreude zu tanken. Zweiter Grund ist, dass in der Nacht davor immer die „Bielefelder Nachtansichten“ sind und ich dort freiwillig und mit all meinem Charme im Keller der Wäschefabrik Getränke verkaufe. Manchmal tanze und singe ich sogar dabei.

Ein Highlight jagt das andere. Lauft bloß nicht weg.

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Kategorien: me, myself & I | Schlagwörter: , , | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Fit für den Hermannslauf

  1. „Laufen macht mir Spaß“ – Ich glaube diesen Spruch werde ich nie über die Lippen bringen. 😦
    Wenn man die Hermannsstrecke jedoch schwimmen könnte, dann würde ich sogar freiwillig darauf hintrainieren. 😉

  2. Laufen sollte lediglich der Fortbewegung dienen, um von A nach B zu kommen und nicht der Belustigung meiner Mitmenschen.
    Ich wer nie verstehen, warum so viele dieser Mitmenschen 42Kilometer laufen wollen. Wenn hinter der Ziellinie wenigstens nette Frauen auf einen warten würden. Oder ein Bierstand. Oder beides….

  3. Willkommen im Club. Von der Gazelle bin ich Meilen entfernt – fühle mich kurz vorm Sauerstoffzelt eher wie ein leichtfüßiges Nilpferd …wenn der Scheißehrgeiz nicht wäre 😉

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