Superkräfte

Meine Oma hat eben angerufen. Oma Schlimm. Die Oma, die bekannt ist für ihre unterschwellige Kritik, die sie soweit in zuckersüße Sätze packt. Normalerweise ruft sie nur ganz selten an und sagt dann, dass sie ja schon ewig nichts mehr von einem gehört hat. Aber das hat sie heute nicht getan. Sie wollte nur sagen, dass sie von meiner Mutter gehört hat, dass ich jetzt ja eine Weiterbildung mache und wie toll sie das fände.

Moment…wie toll? Hat sie das wirklich gesagt? Hoppla. Das kommt unerwartet.
Außerdem macht sie sich Sorgen, ob ich das auch alles schaffe, weil es ja nicht nur der Unterricht am Abend ist, sondern ich auch noch ein wenig lernen muss. Und überhaupt, Freitag Abends, da kann ich ja gar nicht mehr so früh nach Lübeck fahren.
Da hat sie Recht. Durchaus hätte ich für diese sieben Stunden Unterricht pro Woche eine andere Verwendung. Und ich verschweige ihr dann lieber auch mal, dass ich ja sogar Hausaufgaben machen muss, und im April sogar noch zusätzliche Wochenstunden zur Prüfungsvorbereitung dazu kommen.

Es ist viel, das geb ich zu. Und Abends da noch hingehen, nachdem man schon den ganzen Tag gearbeitet hat, oder während sich seine Freunde auf der Alm oder im Mellow tummeln, das ist wirklich kein großer Spaß. Dafür hat der Unterricht gestern zum ersten Mal richtig Spaß gemacht. Richtig! Spaß!! Ein neuer Dozent, der uns gepusht hat, dass ich danach noch total aufgedreht war. Mein Kopf war voller Ideen, Pläne und Gedanken. Lange lag ich noch wach und konnte gar nicht schlafen. Natürlich zerrt das auch auf Dauer an den Nerven, aber es bringt mir auch was. Und ich habe das Gefühl, als hätte ich seit gestern Abend Superkräfte. Der beste Unterricht, den ich jemals hatte.

Und Ende Mai ist es ja auch vorbei. Mehrere Jahre würde ich das vermutlich nicht durchhalten, denn nebenbei habe ich ja auch noch eine Theatergruppe und Freunde und eine Beziehung. Und einen Haushalt, der allerdings auf meiner Prioritätenliste ziemlich weit unten angesiedelt ist. Aber die paar Monate, das halte ich durch. Unterrichtsstunden wie gestern helfen dabei. Denn der Dozent zeigt uns, dass es auch mal durchaus Sinn macht, nicht angepasst durchs Leben zu laufen, sondern es manchmal auch gut ist, bestehende Dinge zu hinterfragen. Und zu ändern. Oder zumindest versucht, sie zu ändern.
Das ist eine Einstellung, die mir gefällt. Und die motiviert. Dazu, weiterzumachen und den Ehrgeiz dazu zu finden. Auch wenn es Abends wirklich nicht einfach ist.

Und immerhin: es sind ja bald auch Osterferien. Unterrichtsfrei. Yeah! Zeit zum Superkräfte auftanken…das werde ich dann sicherlich auch brauchen.

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Kategorien: me, myself & I | Hinterlasse einen Kommentar

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