Ausbildung zum Ausbilden

Heute habe ich mir einen Spiralblock gekauft. Zum ersten Mal seit fast vier Jahren. Da bin ich noch zur Berufsschule gegangen und habe dort jede Stunde fleißig meine Notizen reingeschrieben. Und die habe ich dann in einen Ordner geheftet. Und passenderweise schrieb ich in meiner letzten Schulstunde auch die letzte Seite des Blockes voll. So musste ich keinen Neuen mehr kaufen.

Und da ich während meiner Ausbildung mal einen Karton ausrangierter Schreibblöcke von meinem Arbeitgeber bekommen habe, hatte ich immer was zur Hand, wenn ich mal was aufschreiben musste. Diese Schreibblöcke haben allerdings keine seitliche Spirale, und genau so einen wollte ich heute wieder haben. Für morgen. Und für die nächsten Monate.

Ende 2008 nämlich, als alles in meinem Leben so seine geregelten Bahnen lief, da überlegte ich, was denn noch kommen könne. Ein paar Tage lang überlegte ich, sprach mit diversen Freunden, meiner Familie und einigen Kollegen und gemeinsam mit einer weiteren Kollegin fasste ich den Entschluss, meinen Ausbilderschein zu machen. Seit diesem Sommer bemutterebetreue ich nämlich die Azubis, die bei uns in der Abteilung sind, da ist das ja eh schon mal nicht verkehrt. Und wer weiß, was noch kommt in nächster Zeit (hier bitte kurz mystische Musik und etwas Nebel vorstellen). Ich bin also zu meinem Chef und meine Kollegin ist zu ihrem Chef. Wir rutschten ein wenig auf Knien, nur symbolisch natürlich. Mein Chef war begeistert von der Idee und unser Geschäftsführer war auch einverstanden und so zahlt unser Arbeitgeber uns beiden den Kurs und die Prüfung. Das klingt jetzt nobler als es ist, aber uns freut das natürlich, denn so aus eigener Tasche hätten wir doch ein kleines Finanzierungsproblem bekommen.

Morgen geht es also los. Ab dann jeden Mittwoch und jeden Freitag, bis Ende Mai. Immer Abends, für 3 Stunden und 15 Minuten, werde ich noch mal die „Schulbank“ drücken und am Ende sowohl eine schriftliche als auch eine praktische Prüfung ablegen müssen. Ich gestehe, dass mir der Freitag Abend gar nicht so gut in den Kram passt, schließlich bin ich um 21:15 Uhr, wenn der Kurs vorbei ist, sonst gerne schon in Lübeck. Aber es sind ja nur vier Monate. Ich werde es überstehen und den Kilometerstand meines Autos ein wenig in die Höhe treiben. Selbst ist die Frau, äh, die Autofahrerin.
Und wenn dann alles gut geht, werde ich Anfang – Mitte Juni meinen AdA-Schein in den Händen halten. Ein bisschen tun mir schon unsere Azubis leid, denn die werden sicherlich mal als Versuchskaninchen herhalten müssen. Aber da müssen sie durch. Immerhin bekommen sie ja auch häufig Schokolade von mir. Und weise Worte. Mit der Ausbildung hört das Lernen nicht auf. Zum Beispiel.

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Kategorien: me, myself & I | 6 Kommentare

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6 Gedanken zu „Ausbildung zum Ausbilden

  1. Hut ab! Ich drücke Dir die Daumen und hoffe vor allem, dass Dir der Unterricht, bzw. die Weiterbildung auch Spaß macht.
    Ich wünschte, ich hätte Zeit für sowas, doch leider weiß ich vor lauter Projekten nicht, wann ich das machen sollte. Andererseits sind die Projekte auch spannend 🙂

    Ahm gehst Du nun zu Bloc Party?

  2. dieschoenheitderchance

    Ja, das hoffe ich auch. Mehr würde ich auch nicht schaffen, aber die vier Monate werde ich die Zähne zusammenbeißen 🙂

    Tja, aaaalsooo, ich würde ja gern zu Bloc Party, aber bisher hat mein Handy noch keinen Mucks gemacht…Die Bewerbungsfrist läuft aber noch ein paar Tage, oder?

  3. Ich find das richtig gut (aber das erwähnte ich ja schon :-))! Das Spiralblockerlebnis hatte ich neulich auch. Da habe ich dann lauter schlaue Dinge aus zwei Wochen interner Fortbildung für die neue Abteilung reingekritzelt.

  4. Wenn du Tipps bzgl. Züchtigung schlechter Azubis brauchst, frag mich…ich kenn mich damit aus!

  5. 1. Ist ein Spiralblock das gleiche wie ein Collegeblock?
    2. Denk dran: Immer schön von der Steuer absetzen!
    3. Viel Spaß! 🙂

  6. @ Simone: ich hoffe auch, dass ich den nicht nur benutze, um da irgendwas anderes reinzuschreiben. Bin schon sehr gespannt. Und gleich (in 40 Minuten) gehts los.

    @LeSven: Ha! Unsere Azubis bekommen Glückskekse und Schokolade und viel mütterliche Wärme. Meistens. Aber im Notfall komm ich auf dich zurück!

    @ Airsign: ja, das ist das Gleiche. Aber verdammt, ich hab die Quittung vergessen, da werde ich wohl auf den 1,69 € sitzen bleiben. Mist.
    Danke! Bericht wird sicherlich folgen 🙂

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