our night out: Arcade Fire (16.06.2017, Tanzbrunnen Köln

Hallo, mein Name ist Gesa, ich bin fast 35 und ich habe seit dem Tod von David Bowie keine Band/keinen Musiker mehr auf meiner Liste stehen, die/den ich noch unbedingt sehen möchte. Das ist schade und an einigen Tagen darf ich da auch gar nicht länger drüber nachdenken, weil dieser Gedanke mich in eine kleine Sinnkrise wirft.

Vor ein paar Monaten fragte der Liebste mich, ob er uns Karten für das Konzert von Arcade Fire besorgen solle und ich glaube, ich habe sowas wie „och joah“ gesagt und gar nicht weiter drüber nachgedacht. Von der Band habe ich einiges auf meiner Festplatte, aber so richtig aufm Schirm habe ich die nur gelegentlich. Ich hab mich schon gefreut, vor allem wollte ich gerne mal „Rebellion (Lies)“ live sehen. Das ist so ein Lied, das sollte man einfach mal live sehen.

Freitag Nachmittag auf der A1 und mir fällt ein, dass ich mal die Location googlen könnte. Ich hatte bis dahin schon viel gutes über den Tanzbrunnen gehört, war bisher aber noch nie da. Ich freue mich, dass es Open Air ist. Es könnte zwar etwas wärmer sein, aber grundsätzlich ist super Wetter für ein Konzert unter freiem Himmel. Ich schaue nach, wie viele Personen auf das Gelände passen und schnappe kurz nach Luft: 12.500 Leute. Für jemanden, der nicht so sehr auf Menschen steht, ist das eine sehr große Zahl. Aber nun gut, Augen zu und durch. Wir finden einen super Parkplatz, wir finden unsere Kölner Konzertbegleitungen in der Schlange und dann geht es auch ziemlich schnell rein. (Anmerkung: wir waren wohl einfach früh genug da, habe jetzt schon an einigen anderen Stellen gelesen, dass der Einlass unnormal lange gedauert hat, während ich überrascht war, wie schnell es trotz ewig langer Schlange und sehr ausführlicher Taschenkontrolle ging). Wir sind uns einig, dass wir nicht unbedingt in der ersten Reihe stehen müssen, auf meiner Stirn steht vermutlich sowieso schon ZWÖLFTAUSENDFÜNFHUNDERT in einer panischen Schriftart,  und wir finden einen angenehmen Platz am Rand.

Vorband: Bomba Estereo aus Kolumbien. Zunächst so ein „hhrmmrmmm, Zeitverschwendung“-Gefühl, dann ein „hhmmm….das würde auch gut zum Haldern Pop passen bis hin zu „Ich kenn das!“ Letzteres aber ehrlich gestanden nur bei einem Lied, das passiert halt, wenn man das Radio gelegentlich Cosmo als Sender einstellt. Die Band wird immer besser, die Euphorie in uns wächst. Draußen stehen, Musik hören, Bier trinken, tanzen. Und da ist es: das Festivalgefühl.

cof

Arcade Fire kommen auf die Bühne und starten direkt mit der neuen Single „Everything Now“, die vom Ohr direkt in die Füße geht. Wir fangen an zu tanzen und hören bis zum Ende des Konzerts nicht damit auf. Everything Now ist mein Sommerhit 2017!

Nach Everything Now kommt dann auch direkt Rebellion (Lies) und es ist einzig schade, dass es noch so hell ist. Ansonsten: ich könnte kaum glücklicher sein. Wie wunderbar ist dieses Konzert. Dinge, die mich sonst bei Konzerten stören – hauptsächlich andere Menschen und ihr Drang, sich zu unterhalten und rumzulaufen – schaffen es jetzt nicht mal, irgendwie an mich ranzukommen. Ich weiß nicht, ob wirklich 12500 Menschen im Tanzbrunnen sind, da wo ich stehe, haben wir auf jeden Fall sehr viel Platz. Da ist nur die Band, die Musik und ich. Ich lerne noch Leute kennen, die vor uns stehen und die behaupten, dass sie aus Kanada kommen und sozusagen nur für Konzerte und deutsches Bier angereist sind. Ob das stimmt weiß ich nicht, ist auch egal, schöne Geschichte jedenfalls.

oznor

Jeder Song ein Hit, kein Moment der Langeweile und so viele Endorphine in unserem Blut. Die Band ist in ihrem Element, es wirkt manchmal so, als wäre jedes Lied eine Zugabe. Es müsste ewig so weiter gehen. Leider sehen die Betreiber des Tanzbrunnens das anders, Punkt 22 Uhr ist Schicht. Keine Zugabe? Das Publikum ist irritiert, die Band auch eher unglücklich, Sänger Win und seine Frau Regine kommen noch einmal kurz zurück auf die Bühne und stimmen den letzten Song „Wake Up“ noch einmal kurz ohne Mikros und Instrumente an. Die Band hätte wohl noch Lust, das Publikum sowieso, aber leider ist wirklich Schluss. Ein Ende, das einen etwas fahlen Beigeschmack hinterlässt. Mittlerweile habe ich gelesen, dass nach diesem Konzert darüber mit Betreibern und der Stadt diskutiert wird, diese Bestimmung zu lockern. Soviele Anwohner kann es da ja auch eigentlich nicht geben. Wir hätten wirklich noch gerne weiter getanzt, im Vergleich zu den anderen Konzerten haben wir auf jeden Fall weniger Songs bekommen, sehr sehr schade.

Ein bisschen später am Rhein, der laue Sommerabend, der Sonnenuntergang hinterm Dom. Man hört immer wieder wie Wake Up angestimmt wird, ein Ohrwurm, der mich noch einige Tage begleiten wird.

mde

Auch mit diesem unwürdigen Ende bleibt mir dieses Konzert hoffentlich für immer als wunderbarer Moment im Gedächnis. Eine tolle Atmosphäre, eine tolle Band, ein tolles Konzert. Arcade Fire sind in meinem persönlichen Ranking einige Plätze nach oben geklettert. Wieder mal ein gutes Beispiel dafür, was Konzerte für Glücksgefühle auslösen können und wieder mal ein bisschen glücklicher nach Hause gefahren.

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Kopenhagen: und sonst so

Abschlussfazit nach fast fünf Tagen in Kopenhagen: jeder sollte mal diese Stadt besuchen. Und: nach Paris, Riga und nun Kopenhagen mit Temperaturen jeweils um die 12 Grad, wird der Städtetrip im nächsten Jahr definitiv in ein wärmeres Land gehen.

Kopenhagen ist gemütlich, hyggelig, entspannte Menschen, kleine Straßen, bunt angestrichene Häuser. Die Menschen – zumindest die, auf die ich getroffen bin – sind freundlich, hilfsbereit und offen. Die Stadt ist vielseitig, manchmal ist es fast ein bisschen schräg, wie krass die Kontraste sind. Auf der einen Seite Christiania, auf der anderen Seite der Wohnsitz der Königin. Und überall kleine Läden und Gastronomie und alles ein bisschen wie aus einem stylishen Instagramaccount oder Lifestylemagazin. Ich mag so skandinavischen Stil ja, solange ich den nicht selbst zu 100% bei mir Zuhause umsetzen soll. Das wäre mir dann doch etwas zu viel. Aber durch dänische Einrichtungsgeschäfte schlendern oder in Cafes rumhängen kann schon sehr entzückend sein. cof

Neben im Cafe rumhängen, kann man sich in Kopenhagen auch sehr gut fortbewegen, aufs Auto kann man dabei getrost verzichten. Das gefällt mir. Zum Flughafen fährt eine der beiden Metrolinien, dann gibt es noch eine Art S-Bahn, Busse und natürlich Fahrräder. Als wir an einem Vormittag beim Fahrradverleih standen, waren wir uns erst nicht sicher, was den Preis betrifft und überlegten eine Weile, wie viele Stunden wir uns wohl gönnen könnten und wie viel wir maximal bezahlen wollten. Der Mann im Verleih meinte dann, dass wir für beide Räder zusammen 100 DKK bezahlen müssten, wenn wir sie bis 18 Uhr zurückbrächten. Das sind umgerechnet keine 14 Euro und das für zwei Fahrräder für mehr als sieben Stunden. Die Räder waren auch beide in Ordnung, es gab nichts zu beanstanden. Aber so ist das da halt; Fahrräder gehören zum Straßenbild und ich hatte auch das Gefühl, dass die Autofahrer sehr aufmerksam waren und auf Radfahrer achteten. Außerdem sind die Radwege dort einfach ein Traum, meistens gab es eine wirklich sehr breite Spur für Radfahrer und auch das Abbiegen über größere Kreuzungen war auffällig und gut gelöst. Radfahren in Kopenhagen macht Spaß und geht schnell und ich kann es wirklich nur jedem empfehlen. IMG_4521

Noch ein Tipp: statt einer Sightseeing-Fähre einfach die normale Linienfähre nehmen. Die kostet weniger und klappert im Grunde ähnliche Orte ab. Das einzige, was natürlich fehlt, sind die Durchsagen, aber ich fand das nicht unbedingt nachteilig.

Und sonst so? Ich schätze, dass es im Sommer dort sehr viel voller ist, Ende April ist der Touristenstrom in Kopenhagen aber noch überschaubar. Egal, wo wir waren, es war nirgends überfüllt. Ich kann mir sehr gut den Sommer dort vorstellen. Sehr viel Leben draußen, am Wasser und sehr viel Entspannung. Die Dänen können das einfach, davon können sich viele eine Scheibe von abschneiden.

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Da wir für die Größe der Stadt recht lange dort waren, hatten wir ausreichend Zeit, um alles in Ruhe zu genießen und auch noch ein paar Dinge zu machen, die nicht auf dem Touristenzettel stehen. Dass wir dafür einen Besuch im Tivoli haben sausen lassen, habe ich glaub ich schon erwähnt, aber da konnte mich einfach nichts locken. Dafür sind wir mit dem Rad zu dem etwas außerhalb liegenden Valbypark gefahren und im Kødbyen-Viertel gewesen.Wenig Menschen, keine klassischen Attraktionen und trotzdem (oder deswegen) zwei tolle Ziele.

Jetzt habe ich es endlich geschafft und Kopenhagen besucht. Wurde ja auch Zeit. Die Liste der Städte, die ich noch gerne sehen möchte, ist ja nicht gerade kurz und eigentlich schlägt mein Herz ja auch sehr für Städte wie Stockholm, Oslo, Vilnius, Helsinki oder Krakau. Aber nächstes Jahr soll es ja mal in etwas wärmere Gefilde gehen, weil ich davon träume, mal Mütze, Schal und Handschuhe Zuhause zu lassen. Nächstes Jahr also (sehr wahrscheinlich) Lissabon. Vorfreude starts now.

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our night out: Paul Weller (04.06.2017, Ringlokschuppen Bielefeld)

Paul Weller ist für mich einer der größten Musiker und ich freue mich, dass er noch immer so aktiv ist, Alben veröffentlicht und auch regelmäßig durch Deutschland tourt und dabei in meiner Nähe spielt. Pfingstsonntag in Bielefeld, das traf sich ausgezeichnet. Am Freitag ein Familienbesuch in Bad Salzuflen und am Samstag zogen er und ich dann weiter nach Bielefeld. Der Plan: ausgiebige Freundezeit, das Seelenfrühstück, vielleicht eine Runde aufm Siggi sitzen, neue Gastronomie testen und dann am Sonntag Abend zum Ringlokschuppen fahren.

Nach einem Abstecher am Obersee kamen wir dann Samstag am späten Mittag im Bielefelder Westen an und stellten fest: die Tickets sind übrigens immer noch in Dortmund. Hmpf. Aber wir sprechen von Paul Weller, darauf zu verzichten kam nicht einen Moment in Frage. Bei einer weiteren Distanz hätte ich möglicherweise überlegt, einfach an der Abendkasse neue Karten zu kaufen, aber so fuhren wir am Sonntag kurzerhand einfach noch mal nach Hause um die Tickets zu holen. Was tut man nicht alles? Ich für Paul Weller zumindest eine Menge. Das steht jetzt schon mal fest.

oznor

Pfingstsonntag, und ich freue mich wie Bolle, dass das Konzert in der kleineren der beiden Hallen im Ringlokschuppen stattfindet. Das bedeutet zwar, dass nicht so viele Karten verkauft wurden, wie es Paul Weller verdient hätte, aber ich mag den Raum einfach so viel lieber. Und es ist immer noch eine Halle. Die Vorband kam aus Berlin, klang sehr nach dem Gewinner eines Oasis-listen-alike-Contests, und sie hat mir zunächst gefallen, dann fand ich sie furchtbar und am Ende wieder ganz ok. Aber: ich habe schon wieder völlig vergessen, wie sie hieß. Das sagt vielleicht auch schon alles. Musikalisch war das schon ziemlich passend zu Paul Weller, die Attitüde war für mich dann aber einfach ein bisschen zu sehr aufgesetzt.

Paul Weller dagegen sehr entspannt, seine Begleitband ebenso. Böse Zungen (ich selbst) behaupten ja, ich würde nur wegen Steve Cradock zu Paul Weller-Konzerten gehen. Ein bisschen mag das stimmen, aber nicht nur. Und natürlich wünsche ich mir manchmal auch, dass ich älter wäre und somit die Möglichkeit gehabt hätte, mal The Jam oder The Style Council live zu sehen. Die Ungnade der späten Geburt. So muss ich mich damit begnügen, bei einem der heutigen Konzerte einzwei ausgewählte alte Songs zu hören. Dieses Mal war die Setlist sehr gemischt, einige alte Songs, aber auch neue Stücke des frisch erschienenen Albums „A Kind Revolution“. Paul Weller war dabei mal an einer seiner Gitarren, mal am Klavier. Sehr schön, sehr abwechslungsreich.

oznor

Die Setlist war übrigens bei allen Konzerten der Tour ähnlich, aber nie gleich. Gerade bei den Zugaben gab es ein paar Abweichungen. Das sind Dinge, die mir sehr gut gefallen, weil es für mich ein Zeichen ist, dass die Band nicht einfach nur ihre Arbeit erledigt und eine Liste runterspielt, sondern dass man auch ein bisschen auf das jeweilige Publikum eingeht.Die Stücke von A Kind Revolution gefallen mir übrigens mit jedem Hören besser und noch mehr, seit ich sie jetzt live erlebt habe. Das Album braucht ein bisschen, aber es ist groß.

Wir bekamen übrigens drei Zugabenblöcke, auch wenn sich Paul Weller und seine Musiker jedes Mal ziemlich lange bitten ließen. Und mit You Do Something To Me durfte ich dann auch wieder eins der schönsten Lieder überhaupt hören. Abgeschlossen wurde das Konzert allerdings mit einer leisen und schönen Version von Broken Stones.

Paul Weller-Konzerte. Wie nach Hause kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Veganer Quark mit Sauce.

Wenn ich mich den ganzen Tag über das Weltgeschehen aufregen würde, käme ich zu nichts anderem. Stoff genug wird einem ja im Grunde dazu geliefert, da muss man nur ne Weile den Fernseher anlassen oder mal gelegentlich bei Twitter reinschauen. Irgendeiner macht immer was beklopptes und im Regelfall berichtet irgendein Medium auch darüber. Aber ich rege mich nicht mehr über alles auf, bei vielen Dinge versuche ich sogar gezielt möglichst wenig Gedanken dazu zu verschwenden, weil ich sonst nur schreiend im Kreis laufen würde.

Manche Dinge führen aber dann doch dazu, dass ich mir mehr Gedanken mache, so heute zum Beispiel:

„Milch“, „Käse“, „Butter“, „Sahne“ oder „Joghurt“: Bezeichnungen, die Produkten vorbehalten sind, die aus der „normalen Eutersekretion“ von Tieren gewonnen oder aus dieser weiterverarbeitet werden.

(EuGH, 14.06.2017)

Hach ja. Der Verbraucher, der offensichtlich ein bisschen zu doof zum lesen ist, soll also geschützt werden. Sowas knippst ja direkt mein Gehirn an. Ein bisschen freue ich mich immer über solche Sachen, denn mal ehrlich: solange wir solche Probleme haben, geht es uns allen ja doch ziemlich gut. Ein Teil von mir lacht also glücklich, der andere möchte dann aber direkt wieder schreiend im Kreis laufen. Stattdessen versuchte ich dann aber doch ein bisschen meine Gedanken dazu zu sortieren und stieß außerdem noch bei Twitter eine kleine Diskussion an. „Was ist mit Leberkäse? Was mit Teewurst? Und Bienenstich?“ Fleißige Followerbienen halfen direkt weiter, auch Baumkuchen, Erdnussbutter, tote Oma, kalter Hund, Kinderschokolade und kalte Muschi täuschen den Verbraucher arglistig und beinhalten gar nicht die versprochenen Zutaten. Von alkoholfreiem Bier möchte ich gar nicht erst anfangen. Wann nennen wir das Zeug endlich Hopfenschorle? Was ist mit koffeinfreier Cola?

Ganz ehrlich, ein bisschen inkonsequent ist das Urteil schon. Aus Milchprodukten wird also eine Art Heiliger Gral gemacht, auf keinen Fall darf man Mandelmilch sagen, aber Kokosmilch geht schon, weil isso. War ja schon immer so. Kennt der Verbraucher jetzt schon, da macht man mal ne Ausnahme, obwohl Kokosnüsse keine Euter haben. Jetzt ist es so, dass ich gelegentlich Mandel- oder Hafermilch kaufe und nun haltet euch fest: auf den Sorten, die ich bisher gekauft habe, stand auch nie Milch drauf, sondern halt immer zB Mandeldrink. Das erinnert mich dann schon an das ebenfalls heiß diskutierte Burkaverbot, wo ja quasi niemand eine Burka trägt. Aber ich schweife ab.

Milchprodukte sind nun also irgendwie geschützt, andere Produkte nicht. Es gibt weiterhin Gemüsefrikadellen (mit und ohne Fleisch), veganes Gyros, vegetarischen Fleischsalat und so weiter. Ich schätze, es dauert nicht mehr lange, bis auch da nachgezogen wird, damit die Verbraucher nicht in so böse Fallen tappen. Und dann möchte ich aber auch, dass solche Dinge gnadenlos verfolgt und ausgemerzt werden. Weg mit Sonnenmilch und Babyöl! Da kann ja wer weiß was passieren.

Ein weiterer Gedanke: ich geh am Freitag (morgen ist ja Feiertag in NRW) direkt mal in alle Supermärkte, die so auf meinem Weg liegen und kaufe die ganze Palette an veganem Frischkäse und so auf. DAS WIRD MAL TOTAL WERTVOLL SEIN! Kinder, Omma erzählt jetzt mal von damals, als wir noch Hefeflocken auffe unsere Low Carb Leinsamen-Pizza streuen durften und es niemanden interessierte, ob wir das Käse oder Kväse oder Pappstreusel nannten. Das waren noch Zeiten! Geh mal anne Vitrine und hol das Päckchen Tofubutter her, da könnt ihr euch die alle mal angucken.

Tofubutter habe ich übrigens auch noch nie im Regal im Supermarkt gesehen. Und veganen Käse? Schon. Und ich kaufe manchmal sogar veganen Frischkäse, aber nicht aus tierfreundlichen Gründen, sondern weil der laktosefrei ist und ich den einfach besser vertrage. Anderen Käse ersetze ich persönlich nicht, aber es ist mir so was von so egal, wenn andere das machen. Es tut mir nicht weh, dass sich andere Menschen vegan ernähren und es tut mir nicht weh, dass es vegane Ersatzprodukte gibt. Es tut mir ein bisschen weh, dass ich tatsächlich manchmal mit Leuten darüber diskutieren muss, warum es das gibt.

Noch drei kurze Gedanken zum Abschluss:

1. Veganer Joghurt darf nicht mehr Joghurt heißen, weil er keinen Joghurt enthält. Erdbeerjoghurt darf aber weiterhin Erdbeerjoghurt heißen, obwohl er keine Erdbeeren enthält. Wo wird der Verbraucher gleich noch mal getäuscht?

2. Haare waschen morgen mit meinem Haar Milk Shampoo. Da muss ich mich aber konzentrieren.

3. Wir brauchen einen neuen Begriff für Käsefüße.

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