haaaaapppschnüüüüü

Gesundheit.

Bei Twitter kam gestern ein kurzes Gespräch über Allergien aller Arten auf und dass man doch als Kind eigentlich ausreichend im Dreck gespielt habe. Und ich nickte dazu heftig, denn auch mich ereilt dieses Schicksal.

Jahre- bis jahrzehntelang habe ich heimlich über Allergiker geschmunzelt und sie als verweichlicht abgestempelt. Dabei habe ich immer an meine güldene Kindheit gedacht. Ich war jeden Tag draußen, habe im Wald und auf Feldern gespielt, dabei im Laufe der Zeit Gänseblümchen, Regenwürmer und alle möglichen anderen Dinge gegessen. Beeren und Bucheckern kamen direkt vom Strauch bzw. Waldboden in den Mund. Eigentlich ein Wunder, dass ich nicht irgendwelche Fuchswürmer oder so bekommen habe. Zuhause wurde natürlich geputzt, aber Desinfektionsmittel kannte ich auch lange nur aus Krankenhäusern. Eigentlich also die perfekte Voraussetzung um mit einem robusten Körper und allergiefrei durchs Leben zu wandern.

Klappte auch wirklich lange, aber irgendwann, so vor etwa 6 Jahren ungefähr, war dann Schluss. Die Nieserei im Frühjahr begann. Die ersten Jahre auch noch harmlos. Mal ein bisschen niesen, mal juckende Augen, aber alles verträglich. Mittlerweile aber laufe ich nahezu nonstop schniefend und mit entzündeten Augen durch den Frühling (den ich trotzdem noch immer sehr liebe!), wache nachts niesend auf und habe an manchen Tagen das Gefühl, als hätte ich einen Wattebausch im Rachen. Ohne Anti-Allergikum komm ich eigentlich gar nicht mehr zurecht und gelegentlich denke ich über eine Desensibilisierung nach.

Vor zwei Jahren habe ich mir übrigens versehentlich Blütenstaub ins Auge gerieben, was einen kurzen Aufenthalt in der Augenklinik zur Folge hatte. Auch noch schön: seit dem letzten Urlaub -drei Wochen ohne Milchprodukte – vertrage ich Lactose nicht mehr. Und meine muckeligste Winterjacken löste Niesattacken bei mir aus und wurde dann ausgemustert.

Was sagt uns das? Hätte ich mit dem im Dreck spielen niemals aufhören dürfen? Oder ist das nur ein urbaner Mythos? Auf Milch oder Joghurt und auf Daunen kann ich verzichten. Auf Frühling allerdings eher nicht.

Ich nenn es einfach Freudentränen.

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Bienvenue à Paris – Streetart

Klar: denkt man an Kunst und Paris, dann denkt man als allererstes an den Louvre und an zahlreiche andere Museen und vielleicht noch an das Centre George Pompidou. Dabei ist Kunst in Paris allgegenwärtig. Und gar nicht immer so Mona Lisa.

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Und was man alles mit Straßenschildern machen kann…mehr davon!

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Auf Streetart mit Straßenschildern steh ich total. So simpel und doch erfreut es mich immer wieder. Da könnte es wirklich mehr von geben. Allemal besser als einfach nur Fußball-Aufkleber irgendwo hinkleben!
Was ich ja generell an Streetart mag: sie ist für alle da. Augen auf und durch. Überall und für umme.

Übrigens: auch Galerien gibt es in Paris und zumindest eine davon ist ebenfalls kostenlos und wurde von uns nur durch Zufall entdeckt. Gar nicht so weit weg vom Louvre, auf der Rue de Rivoli kann man die Galerie 59 Rivoli finden. Auf mehreren Ebenen findet man hier Ausstellungen verschiedenster Künstler – und da gibt es eine Menge zu entdecken! Ich glaube, man könnte da stundenlang durchstöbern und würde immer noch Neues finden.

Im Louvre war ich übrigens nicht. In Paris ist die Kunst einfach überall, viel besser so.

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our night out: Locas In Love (24.04.2015, Sissi King Kong Dortmund)

Es ist nicht immer gerecht in der Welt der Musik. Während irgendjemand beschlossen hat, dass Bands wie Revolverheld und Jupiter Jones berühmt werden sollen und man als Nutzer öffentlicher Rundfunkanstalten (Radio) viel zu häufig mit dieser schlechtgetexteten Post-Pubertätsmucke gequält wird, sind Bands wie Locas In Love doch eher unbekannt. Den einzigen Vorteil, den ich daraus persönlich ziehe: es gibt angenehme, überschaubare Clubkonzerte, zum Beispiel im Kellerraum des Sissi King Kong. Aber: ich würde es ihnen doch auch sehr sehr gönnen, mal ein paar Hallen füllen zu dürfen.

Den Support an diesem Abend haben übrigens Gold aus Brooklyn übernommen. Wenn ich Frauen mögen würde, hätte mir das vielleicht sogar gefallen, denn es war tatsächlich überraschend und vielseitig. Kann man auf jeden Fall mal reinhören, wobei ich glaube, dass es live einfach noch intensiver wirkt. Mehr Lobhudelei kann man von mir nicht erwarten!

Also zurück zu Locas In Love, wegen denen war ich ja schließlich auch da.

Locas In Love kommen aus Köln, zwei Frauen, zwei Herren – gute Musik. Und die Texte erst. Ich werde vielleicht nicht zum letzten Mal fragen, warum diese Band nicht berühmt ist! Dabei sind sie auch schon etliche Jahre im Musikgeschäft, haben schon mehrere Alben veröffentlicht und mit diversen Musikern bekannter Bands (Spoon, The National…) zusammengearbeitet.

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Dortmund war der Abschluss der aktuellen Tour, aber ich konnte keinerlei Anzeichen von Müdigkeit erkennen. So wurde uns das neue Album “Use Your Illusion 3 & 4″ vorgestellt, aber natürlich gab es auch ein paar alte Klassiker. Und außerdem war ich ein bisschen vom Kleid der Bassistin abgelenkt. Was für ein tolles Kleid! Wahnsinn.

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Dochdoch, ich war wegen der Musik da. Wirklich. Schmeißt Revolverheld weg (handelt nicht ein Lied davon, dass man Platten verbrennt oder so?) und schafft Platz für Locas In Love. Gute Musik, gute Texte mit sinnvollen Inhalten. Nette Musiker. (Und das Kleid!)


Ein musikalisches Licht am Ende des Tunnels.

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viereinhalb

Neulich konnte man bei SpOn nachschauen, wo die eigenen sprachlichen Wurzeln liegen und es gab “in diesem Internet” ein paar schöne Gespräche dazu. Bei mir passte es ziemlich genau. Es gab ein paar Orte zur Auswahl, die lagen ein bisschen verstreut und in deren Mittelpunkt lag Ostwestfalen. Ostwestfälisch ist also irgendwie eine Melange aus Westfälisch und Niedersächsisch mit einem Schlag Norddeutsch.

Frau Frauke sagte zu meinem Ergebnis, sie habe (rein sprachlich) bei mir immer das Gefühl, ich würde schon mein Leben lang hier wohnen. Nun liegen Ostwestfälisch und Westfälisch auch nicht weit auseinander, aber ich kann es auch nicht leugnen: die Sprache färbt ab. “Hömma” ist Alltag, “woll” benutze ich immerhin noch bewusst und meist mehr im Scherz. Wenn jemand nach einem “Hümmchen” (oder wahlweise einem Hümmelken) fragt, geb ich ihm ein Schälmesser und ich weiß sogar, was “Hasenbutter” und “Mottek” bedeutet. Tjaja, da weiß ich, was ambach ist.

Aber Schlickersachen, Pölter oder ein Schlürbier…das streiche ich natürlich nicht einfach aus meinem Sprachschatz. Mir stehen auch weiterhin Pömpel im Weg und ich muss jedes mal lachen, wenn hier jemand beim Buchstabieren ck sagt. Denn ich sage “zeeehkaaahh”, während man hier eher “zäcka” sagt. Wunderbar ist das.

Neulich schaute ich mir das Fußballspiel BVB II gegen Arminia Bielefeld an und hatte so ein Heimweh, dass es weh tat. Ich dachte daran, wie ich früher regelmäßig ins Stadion ging, in der Altstadt den Spielern beim Kaffeetrinken zusah und das gemeinsame Treffen vorm Spiel am Siggi oder am Kreisel. Und mir fehlen auch immer noch die Sommerabende auf dem Siggi.

Ich bin hier in Dortmund Zuhause. Ich liebe Hörde. Ich spaziere gerne durch Parks. Ich freue mich über die momentan stark wachsende Gastronomie in Dortmund. Egal, was ich essen möchte – ich werde es finden. In Bielefeld war ich meist nur an zweidrei Orten (Altstadt, Mellow Gold oder Siggi), hier in Dortmund ist mein Radius sehr viel größer. Das war auch anfangs ungewohnt, bin ich doch große Fußgängerin. Aber 5 – 10 Kilometer lauf ich auch nicht immer mal eben. Dann lieber U-Bahn fahren, das mag ich eh gern.

Manchmal ist es nicht so einfach, dass Ruhrgebiet zu lieben, manchmal habe ich aber auch das Gefühl, dass es sich da nicht unbedingt Mühe gibt. Und das macht es dann wieder reizvoll. Unverstellt, ehrlich, manchmal ein bisschen rau und sehr viel abwechslungsreicher als man glaubt. Und so grün, das hört man ja immer wieder. Stimmt ja aber auch, fragt meinen Heuschnupfen.

“Du bist ja damals wegen der Liebe nach Dortmund gezogen…wenn das jetzt mal enden würde…bleibst du dann trotzdem hier?” (Eine Kollegin neulich)
Schwere Frage, die ich mir hoffentlich nie wirklich stellen muss. Aber aktuell schlägt mein Herz auch für Dortmund. Ich bleib (erst mal) hier.

Viereinhalb Jahre Dortmund. Und während ich heute in Bielefeld bin, feierte ich dieses “kleine Jubiläum” gestern standesgemäß mit einem Kuhbar-Eis. Und heute feiere ich dann hoffentlich mit der Arminia. Beide Städte haben es verdient, gefeiert zu werden.

Kategorien: Hometown Blues, I hope, I think, I know, me, myself & I | Schlagwörter: , | 5 Kommentare

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