our night out: Matt Wilde (08.09., Zeche Carl Essen)

Ich war so zwiegespalten, als ich hörte, dass Matt Wilde ein Konzert in Essen spielt. Einerseits so „Juhuuu, Matt Wilde! Ein Konzert! In Essen! Hurra!“ Andererseits so: „Öh, momentchen mal. Was ist mit Young Rebel Set? Warum gibt es die nicht mehr? Was ist da los? Menno!“ Tatsächlich war es völlig an mir vorbeigegangen, dass es YRS nicht mehr gibt und auch, dass Matt Wilde, der zu YRS-Zeiten noch Matthew Chipchase hieß, dann irgendwann entschlossen hat, allein weiterzumachen. Damit er aber nicht ganz allein rumtingeln muss, wird er bei dieser Tour von Sönke Torpus (Torpus & The Art Directors) begleitet. Der ist sozusagen sein Sidekick und gemeinsam spielen sie neue Songs und bekannte Hits von Matt Wilde. Allein um zu hören, wie Matt Wilde den Namen Sönke ausspricht, lohnt sich da so ein Konzertbesuch schon.

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Support an diesem warmen Spätsommerabend in der Zeche Carl – ein einfach sehr schöner Ort für Konzerte – hat übrigens Ben Hermanski übernommen, was mich persönlich sehr gefreut hat. Supportacts sind ja häufiger mal eher ein Übel, was man irgendwie ertragen muss, aber so hatten wir an dem Abend mehr als Glück. Außerdem noch eine wirklich passende Einstimmung auf Matt Wilde und Sönke Torpus, ein sehr glückliches Händchen vom Veranstalter.

Ich habe lange darüber nachgedacht, wie ich die Musik von Matt Wilde und das Gefühl, was sie in mir auslöst, am Besten beschreiben kann. Es ist ein bisschen wie das erste Bier am Freitag Abend nach einer langen, anstrengenden Woche. Es ist ein bisschen wie sich mit alten Freunden an die gute, alte Zeit erinnern. Wohlfühlmomente, einmal durchatmen. Sich fallen lassen. Ankommen. Allein dieser Stimme könnte ich ja schon stundenlang lauschen.

Sönke Torpus, bzw. Torpus & The Art Directors sagte mir vorher nicht viel, ich wusste knapp, dass dieser Sänger existiert und ebenfalls beim Grand Hotel Van Cleef unter Vertrag steht. Da bin ich dann aber auch aus genau diesem Grund schon optimistisch gewesen. Das ist ja meistens gut. Und so war es dann auch, Sönke Torpus gefiel mir einerseits als „Sidekick“, andererseits aber auch solo.

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Ein rundherum gelungener Abend. Nicht nur mir ging das so, auch dem restlichen Publikum gefiel es so gut, dass mehr als nur eine Zugabe gefordert wurde.

Alle Young Rebel Set-Fans (ich schließe mich da mal ein) konnten wirklich aufatmen: es gab nicht nur neue Songs, sondern auch die alten Hits. Es geht also weiter, ein bisschen anders, aber besser als gar nichts. Ach Rosie, was hab ich dich vermisst.

Ein guter Start in den Konzerteherbst.

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…can do.

Es heißt ja: wer keine Probleme hat, der macht sich welche. Ich habe tatächlich gerade keine ernsthaften Probleme, finde das aber eigentlich ganz gut und versuche daher, mir keine zu machen. Allerdings habe ich einen Telekommunikationsanbieter, der das offensichtlich für mich übernommen hat. Möglicherweise ist das eine neue Serviceleistung von ihm, damit mir auch ja nicht langweilig wird.

Bei diesem Anbieter bin ich seit ewigen Jahren , eigentlich recht zufrieden. Alles in Ordnung soweit, manchmal ein bisschen nervig, aber so grundsätzlich okay. Ich glaube, bei jedem Anbieter gibt es gute und weniger gute Dinge und eigentlich sind es alles Verbrecher. Und ich bin im Großen und Ganzen wirklich zufrieden. Und viel zu faul für einen Wechsel. Zu faul bin ich übrigens für viele Dinge, daher zahle ich überall wo es möglich ist, mit Lastschriftverfahren, auch bei meiner monatlichen Handyrechnung plus Rate für das Smartphone. Kein Problem. Bisher.

Ende August bekam ich eine SMS von meinem Anbieter, ich hätte meine Rate noch nicht überwiesen. Diese SMS las ich, schüttelte ein bisschen den Kopf und ignorierte sie dann erstmal, aus zwei Gründen: die Rate wird erst am 1. des Monats abgebucht. Vielleicht ein etwas übereifriges System. Der andere Grund: via SMS? Da bekomme ich sonst nur dubiose Werbedinge. Von meinem Anbieter bekomme ich wichtigere Nachrichten per Email. Bei SMS wittere ich erstmal Bauernfängerei oder schlimmeres. Ignorieren. Vergessen.

Ein paar Tage später flatterte dann allerdings ein Brief ins Haus, ich hätte sicherlich vergessen, meine Rate zu überweisen und ich sollte das bitte schnellstmöglich erledigne. Nun war ich allerdings doch erstaunt und auch ein bisschen genervt. Der Monatswechsel war schon ein paar Tage her, irgendwas lief schief. Ich schaute zunächst auf mein Bankkonto und tatsächlich war die Rate nicht abgebucht worden. Zur Sicherheit kontrollierte ich noch die letzten Monate – da hatte es immer geklappt. Sehr merkwürdig. Also loggte ich mich in das Kundenportal des Handyanbieters ein und schaute dort in meinen Daten nach. Dort war angegeben, dass ich meine Telefonrechnung abbuchen lasse und die Rate für das Smartphone überweise. Ich schaute eine kleine Weile auf diese Angaben, denn das hatte ICH mit Sicherheit nicht so hinterlegt. Als ich versuchte, die Zahlungsart zu ändern, öffnete sich nur ein Fenster, dass ich meine Einzugsermächtigung schriftlich formuliert an die dort angegebene Adresse senden müsse. Nicht mal eine Faxnummer stand dort. Online ging auch nicht. Hallo Zukunft.

Am Nachmittag ging ich in die Stadt und besuchte dort einen Shop des Anbieters. Die motivierte Mitarbeiterin fragte als erstes, ob sie mich duzen dürfe (nein, eigentlich nicht, aber ich bin auch ein bisschen müde, also mach einfach) und konnte sich das Problem auch nicht erklären. Ob ih es mehrmals probiert hätte, die Angaben online zu ändern? Ja, hatte ich. Zeigte ihr sicherheitshalber auch noch den Screenshot vom aufgeploppten Fenster mit der Adresse für das Lastschriftverfahren. Achso ja, hm, das ist sonst nicht so. Und auch, dass die Zahlungsart einfach so geändert wird, scheint eher unüblich zu sein. Sie wollte mir zwar wirklich gerne helfen, konnte es aber nicht. Ich solle es doch noch mal online probieren. Oder die Hotline anrufen. O-Ton: Da musst du aber viel Zeit mitrbingen, das dauert ewig. Wir können auch von hier aus da anrufen, das dauert aber auch.

Gut. Ich habe eigentlich weder Zeit noch Lust (eigentlich noch weniger Lust), meinen Feierabend in so einem schlecht klimatisierten Handybums zu verbringen und einem Mitarbeiter dabei zuzuschauen, wie er in seiner eigenen Warteschleife hängt. Da schreibe ich lieber einen Brief, das habe ich schließlich gelernt und sollte vom Zeitaufwand deutlich unter einem Nachmittag in der Hotline liegen. Außerdem könnte ich noch ein persönliche Zeilen hinzufügen, wie erfreut ich über diese Abwechslung vom tristen Alltag bin. Im Shop selbst habe ich dann nur den offenen Betrag beglichen, damit wenigstens das schon mal erledigt ist.

Wieder ein paar Tage später fiel mir die ganze Geschichte wieder ein und ich beschloss, das Anschreiben zu formulieren. Als ich schon so gut wie fertig war, schaute ich einer plötzlichen Eingebung folgend noch mal in mein Online-Kundenkonto. Dort stand dann als gewählte Zahlungsart Bankeinzug. Selbstverständlich ohne, dass ich irgendwas geändert hatte.

Okay. Immerhin muss ich den Brief nicht mehr zum nächsten Postkasten tragen und spare das Porto. Aber ich fühle mich schon ein bisschen verarscht. Natürlich gibt es auch deutlich schlimmeres, das ist mir schon klar. Aber in Zukunft werde ich wohl etwas regelmäßiger in mein Kundenkonto schauen, falls wieder mal willkürlich irgendwelche Angaben geändert werden. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass das ein einmaliger Ausrutscher war, damit ich mir nicht doch noch einen anderen Anbieter suchen muss. Ich möchte nämlich eigentlich ganz gerne weiterhin faul bleiben. Und ich hätte gern weiterhin meinen problemlosen Alltag, so ganz ohne Spezialeffekte, Hotline-Yoga oder was für ein Entertainment-Paket sich der Dienstleister da sonst so ausdenkt. Herzlichen Dank.

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Hej Nordborg

Mein Sommerurlaub wurde in diesem Jahr von zwei Terminen geprägt: erstmal das Haldern Pop-Festival und dann noch eine Woche später die Hochzeit meiner Schwester in Hamburg. Drumherum dreieinhalb freie Wochen, aber dann doch nicht so viel Zeit, um eine lange Reise planen zu können. Wir beschlossen, den „richtigen“ Urlaub direkt nach der Hochzeit starten zu lassen, dann hatten wir noch eine ganze Woche. Von Hamburg aus erst nach Hause fahren und dann wegfliegen erschien uns Quatsch, also einfach von dort mit dem Auto weiter – die Küste ist schließlich nah. Ich bin ein Ostseefan und dazu noch sehr verliebt in Dänemark. In Dänemark habe ich gefühlt jeden Sommer meiner Kindheit verbracht, na also zumindest dreiviertel davon. Und dieses Sommergefühl von damals wollte ich gerne wieder erleben.

Für eine Woche bezogen wir ein kleines Ferienhäuschen in Nordborg/Købingsmark. Das liegt ganz im Norden der Halbinsel Als, die widerum im Süden Dänemarks liegt. 

Und dann: eine Woche Bilderbuch-Urlaub. Viel Natur – Obstbäume, Stoppelfelder, über eine Wiese voll Klee und Butterblumen zum Meer gehen, ein Hase im Garten, überall Libellen und Schmetterlinge (und Mücken). Eine durch die Ostsee sehr gut ertragbare Wärme. Lakritzeis. Und Zeit, so viel Zeit. Zeit zum spazieren gehen, zum am Strand liegen, zum lesen, im Meer planschen, schlafen, zum in den Himmel gucken. 

Es war eine Woche wie Kind sein, so ein bisschen. Morgens eine Runde barfuß über das noch taunasse Gras laufen. Brombeeren direkt vom Strauch in den Mund wandern lassen. Wie lang manche Tage endlich wieder waren, aber ohne, dass es uns langweilig wurde. Und so war es, dass es zwar „nur“ eine Woche dort war, aber ich schon nach ungefähr drei Tagen so entspannt wie lange nicht.

Spätsommersonne genießen, wie schön das ist. Eine Uhr hatten wir meistens nicht griffbereit, es war einfach so egal, wie spät es gerade ist. Abends schaute ich online nach Nachrichten, aber ich spürte auch wieder, wie gut es tut, nicht immer alles sofort zu erfahren.

So eine Woche kann ich nur jedem empfehlen. Und Dänemark sowieso. Von diesem Land habe ich übrigens schon so gut wie alles gesehen, nur die Hauptstadt Kopenhagen habe ich noch nie besucht. Ich finde, das kann 2017 mal geändert werden. 

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monthly music (August 2016)

Besuchte Konzerte
Haldern Pop! Da gab es ja einiges, unter anderem Damien Rice, Wintergatan und St. Paul & The Broken Bones

Vorfreude – gekaufte Konzertkarten

Erst mal wieder nichts, aber ich hoffe, dass jetzt der Herbst langsam wieder ein paar Konzerte mehr in mein Leben spült.

Neue Tonträger braucht das Land
Ich wollte mir das neue Album der Band „Die höchste Eisenbahn“ kaufen, musste dann aber feststellen, dass er das schon erledigt hatte. Nun gut. 

Dafür dann aber Love & Hate von Michael Kiwanuka. Gekauft im wohl besten Plattenladen Deutschlands, bei Michelle Records in Hamburg. Oben drauf bekam ich da noch ein von ihm handsigniertes Bild geschenkt. Übrigens: auch bei der Höchsten Eisenbahn – direkt beim Label bestellt – gab es ein Bild mit Autogrammen und noch ein bisschen Fan-Schnickschnack. Braucht jemand wirklich noch Gründe gegen Amazon und für einen Plattenladen? Ich nicht.

Heavy Rotation
Da hilft mir mein guter alter last.fm-Account weiter: die meistgespielte Band im August war Kettcar das meistgespielte Lied kommt allerdings von Wintergatan und heißt „Marble Machine“.

Newcomer
Dank dem Haldern Pop und meiner ausführlichen Vorab-Recherche gibt es diesen Monat einige Newcomer für mich. Allen voran Michael Kiwanuka.

Und sonst so?
Die Maccabees haben sich getrennt! Das tut mir sehr weh, ich verbinde ein paar persönliche Lieblingsmomente mit dieser Band. Allerdings haben sich auch Luxuslärm aufgelöst und ich hörte, dass Freiwild ebenfalls aufhören wollen. Das bringt die Musikwelt dann doch wieder einigermaßen ins Gleichgewicht.

…hören wir mal, was der September so bringt.

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