unten am Fluss, unten am Hafen

Der Ausfug nach Arnheim war so schön, dass der Tag nicht zu früh auf dem heimischen Sofa enden durfte. Es musste noch weitergehen. Und wie gut kann man so einen schon perfekten Tag am Wasser beenden.

Endlich wohne ich in der Nähe von Wasser. See, Fluss (die Ruhr, die Emscher ist zwar auch schön, aber nicht ganz so spektakulär), Kanäle. Sogar ein Hafen ist da. Wunderbar. Der abendliche Spontanausflug ging zum Schiffshebewerk nach Henrichenburg, das zwar schon geschlossen hatte, aber am Kanal (Dortmund-Ems in diesem Fall) kann man trotzdem noch gut spazieren.

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Ich liebe Wasser. Es macht mich ganz ruhig, wenn ich einfach nur so da sitze, auf die Wellen schaue und die Sonne auf der Oberfläche glitzert. Wahrscheinlich würde es mir notfalls sogar reichen, wenn ich einen zubetonierten Bach anstarren würde. Muss ich ja aber gar nicht. Es ist einfach nur schön dort.

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Kann mich bitte jemand dafür bezahlen, dass ich für die (zweifelnde) Welt die schönen Ecken des uhrgebiets besuche und dann berichte, WIE schön es ist?! Und wer auf Industriekulisse steht: jaja, gibt es dort auch. Wenn man denn unbedingt möchte.

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Wasser macht glücklich.

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Einmal Zoo und zurück…

garantiert glückliche Stunden.

Als Haustier hätt ich gern ein Tapirbaby. Und eine Giraffe. Ein Reh. Tamanduas, Makis, Erdmännchen. Und einen Flamingo. Ich bin nicht so der klassische Haustier-Freund. Aber Zoo-Tiere find ich riesig. Ich gehe gern in den Zoo. Und ab und an darf der Ausflug auch mal ein bisschen größer sein. Burgers’ Zoo im holländischen Arnhem. Ich war sogar schon mal da, aber das ist Ewigkeiten (ca. 10 Jahre) her. Aber es ist der tollste Zoo, den ich bisher besucht habe. Die Gehege wirken großzügig und schön, es gibt unterschiedliche Themenwelten und sogar die Parkplatz-Einweisung ist ein Traum.

Alles perfekt.

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Ein Fläschchen Stilles Wasser kostet am Kiosk dort übrigens 2,70 €. Ich sehe es als Spende und hoffe, dass die Tiere was davon haben werden. Und wenn man schon mal in Holland ist, dann kann man ja gleich mal einen Supermarkt plündern. Ein Brotaufstrich mit Spekulatius-Geschmack…sowas habe ich in Deutschland noch nie gesehen. Dann noch in der Stadt Pommes Spezial essen und glücklich wiede nach Hause fahren. Doch der Tag ist noch zu jung, um ihn schon Zuhause zu beenden. Schnell noch einen kleinen Ruhrgebiets-Ausflug unternehmen. Wohin der ging? Zeig ich die Tage noch.

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feeling supersonic

Mein Faible für Gin Tonic ist ja legendärstadtbekannt kein Geheimnis. Von daher war es kein Wunder, dass ich mich sehr freute, als mir ein Rezept für Gin-And-Tonic-Kuchen zugespielt wurde. Gin and Tonic-Kuchen! Halleluhjah!

Bis auf Limetten musste ich nichts mehr besorgen. Ein Hoch auf einen gut sortierten Haushalt. Es musste also nur noch ein geeigneter Anlass her und da bot sich ein Geburtstag an. Was ein Glück: Sonntag war dann auch einer und so stellte ich mich Samstag in die Küche.

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Ich bin in der Küche ja mehr so der “Pi mal Daumen”-Typ, weshalb ich eigentlich auch lieber (und besser) koche. Aber bei diesem Rezept hier habe ich es auch nicht so ganz genau genommen. Schon allein, weil fast alle Angaben in Tassen angegeben sind. Butter nicht in Gramm, sondern in einer Tasse abzumessen…naja, so Pi mal Daumen halt.

Leider hatte ich mich dann doch noch verschätzt: es war nicht mehr genug Puderzucker fürs Icing (Glasur) übrig, so dass es “nur” einen Guss gab. Mit weißem Icing säh der Kuchen bestimmt noch besser aus. Und würde noch mehr nach Gin schmecken.

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Aber lecker war er – schmackofatz! Süß durch das ganze Zuckergedöns, herb vom Gin. Ich kann mir auch vorstellen, dass er alkoholfrei (nur mit Tonic oder mit Zitronenlimo) außerordentlich gut schmeckt. Und nächstes Mal nehme ich eine Zitrone, die schmeckt stärker als Limette. Ich bin begeistert und kann den Kuchen nur jedem weiterempfehlen. Und eigentlich braucht man für Kuchen auch gar keinen Anlass…

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Sonntagsidylle

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Ich kann es nicht oft genug zeigen! Diese Fotos sind nicht irgendwo “auf dem Land” gemacht, sondern sind heute alle entstanden, während ich laufen war. Also maximal 3 Kilometer von meiner Haustür entfernt. Dortmund ist grün, grün, grün. Obwohl es doch eigentlich eine Großstadt ist.

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mein Herz schlägt schwarz-gelb

Fußball! 1. Liga ist abgeschlossen, 3. Liga ist auch durch, in der zweiten dürfen die Spieler gleich noch ein letztes Mal ran. Und jetzt muss ich es gestehen: mein Herz schlägt gerade schwarz-gelb. So ein bisschen. Nicht erschrecken jetzt.

Die Amateure des BVBs können nämlich den Aufstieg in die dritte Liga schaffen und das fänd ich knorke und daher drücke ich ihnen die nächsten zwei Spiele fest die Daumen. Die meisten werden es schon ahnen: ich drücke natürlich nicht die Daumen, weil ich die Mannschaft voller Leidenschaft unterstütze und ein Fan von denen bin. Mitnichten. Sondern weil ich dann in der kommenden Saison ein Arminia-Auswärtsspiel hätte, zu dem ich mit dem Rad – oder zumindest mit der U-Bahn – fahren könnte.

Gekickt wird im Stadion Rote Erde, das sehr schön sein soll und ab und an weicht man wohl auch ins große Stadion aus (bei Poblemspielen) oder ins Stadion in Holzwickede (“Die rote Karte geht auf mich!”). Ich jedenfalls drücke weiter voller Eigenutz die Daumen ür die schwatz-gelben Amateure und habe schon mal recherchiert, wo im Stadion Rote Erde denn die Gäste sitzen.

Zwei Wochen durchhalten…und dann wird alles wieder schwarz und weiß und blau.

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Ich esse was, was ich nicht kenn’ (Mai 2012, Dortmundspecial)

Nachdem ich mein Herz an Pfefferpotthast verloren habe, habe ich mich heute mal an eine weitere Dortmunder Spezialität gewagt: Salzkuchen, ganz traditionell mit Mett und Zwiebeln. Hmmm…Mett. Es war ein großartiger Schachzug von mir, ins Ruhrgebiet zu ziehen. So viel Mett wie in den letzten anderthalb Jahren hab ich im ganzen Leben zuvor nicht gegessen. Schmackofatz.

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Salzkuchen. Eine Art Bagel mit Kümmel und groben Salzkörnern. Die Füllung kann auch unterschiedlich (hab auch ein Bild mit Frischkäse gesehen) sein oder ganz entfallen. Mett scheint aber von allen bevorzugt zu werden. Ich kanns verstehen. In Dortmund kann man Salzkuchen häufig in Kneipen kaufen, aber auch in so gut wie jeder Bäckerei. Einfach so ein Snack für zwischendurch.

Glücklicherweise habe ich mir nicht selbst einen ganzen Salzkuchen gekauft, sondern nur mal abgebissen. Diese Kümmel-Salz-Kombination ist nicht so ganz meins. Ich schmier mir das Mett lieber weiterhin aufs Brötchen. Geht hier ja auch.

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In Dortmund sagt man “Tüss”

Vorurteile sind ja dazu da, um gepflegt zu werden. Oder um sie abzubauen. Nach 1 1/2 Jahren Pott habe ich einige Vorurteile noch mal dick in meinem Vorurteils-Büchlein markiert und unterstrichen. Andere aber auch durchgestrichen. Natürlich leben hier viele Vollpfosten und Proleten. Aber es gibt noch mehr ganz zauberhafte, normale Menschen. Kluge, lustige, herzliche Menschen.

Ich brauchte tatsächlich etwa ein Jahr, um mit dieser Herzlichkeit umgehen zu können. Und es passiert mir auch immer noch, dass ich selbst das Gefühl habe, vollkommen unentspannt zu wirken, wenn ich neue Leute kennen lerne. Aber immerhin verschreckt es mich nicht mehr vollkommen, wenn diese fremden Menschen dann direkt offen auf mich zu gehen und mich zum Beispiel nach etwa einer Stunde Bekanntschaft schon in den Arm nehmen (in Teilen Ostwestfalens wird man für so ein Vergehen glaub ich noch auf dem Marktplatz gehängt).

Ich mag Dortmund und das Ruhrgebiet. Ich habe erkannt, dass nicht allein die Stadt in der man lebt, verantwortlich dafür ist, wie glücklich man ist. Aber tatsächlich ist es hier einfach enorm lebenswert. Dortmund ist die drittgrößte Stadt NRWs und ich mag es, in einer Großstadt zu leben. Kino, Konzerte, Ausstellungen, Flohmärkte: es ist immer was los. Und wenn nicht hier, dann in der nächsten Stadt.

Und weil ich neulich mal hörte, wie jemand sagte, er stelle sich das Ruhrgebiet (und speziell) Dortmund als graue Stadt ohne Bäume vor: das Ruhrgebiet ist so unglaublich grün, dass es eigentlich eine Hölle für jeden Allergiker ist. Wer es mir nicht glaubt, der mag mich gerne besuchen kommen und feststellen, dass die hässliche B1, die einmal durch ganz Dortmund geht, eine Allee ist. Selbst Leute in meinem Alter wissen nicht mehr, wie rauchende Schornsteine aussehen. Und wenn was in der Luft ist, was sich auf die weiße Wäsche legt, dann ist das höchstens noch die Schlacke vom Fußballplatz. 60 % des Ruhrgebiets (so las ich, ich habe es nicht persönlich ausgerechnet) ist Wald, Park, Gewässer – sprich “Freiraum”. Man gibt sich wirklich Mühe, renaturiert Flüsse, legt Seen an. Es gibt die Ruhr, Kanäle und wunderschöne Seen.

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(Am Hengsteysee, 2011)

Alte Zechen und Industrieanlagen werden zu Kulturstätten und auf dem sehr fruchtbaren Boden wächst alles Mögliche wie wild. Postindustrielle Spontanvegetation.

Dortmund ist mehr als nur der BVB. Manchmal glaube ich, dass die Stadt selbst sich zu sehr darauf reduziert. Sie können ja auch stolz sein auf ihre Meisterschaft. Aber Dortmund ist einfach noch mehr als nur Fußball. Es ist Stadt und Landschaft, Shopping-Paradies, nette Menschen, Bier, das Juicy Beats, Musik und Kunst und Kultur. 1 1/2 Jahre Ruhrgebiet. Home ist nun mal where your heart is.

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Erstes Etappenziel: check

Der erste Lauf ist geschafft. In Bochum ging es “nur” 5 Kilometer durch den Stadtpark. “Nur”, weil heute deutschlandweit auch mehrere Marathon stattgefunden haben und so gesehen die Distanz wirklich überschaubar war. Und auch ich schaffe unter normalen Umständen 5 Kilometer recht entspannt.

Normalerweise. Der Bochumer Stadtpark ist aber ganz schön hügelig, grauenvoll ewig lang zog sich der Aufstieg (gefühlte 10 Kilometer Berg…), zwischendurch wollte ich aufgeben oder mich zumindest am Wegesrand übergeben.

Wo? Ist? Sauerstoff?

Unglaublich, dass einem kleine Hügel so den Atem rauben können. Unglaublich. Und dann sieht man im Park die Möglichkeit, die Route um etwa 200 Meter abkürzen zu können. Wie gemein, das können die doch nicht machen! Welch schlimme Verlockung. Nein, tapfer bleiben! Als ich ein paar Schritte gehe, merke ich, wie ich zu torkeln beginne.

Wo? Ist? Sauerstoff?

Ich beiße die Zähne zusammen, es tut weh…dieser Hügel…schlimm. 5 poplige Kilometer. Und ich bin doch schon fast im Ziel. Ich schaue auf meine Lauf-App. Meine Zeit ist grandios (für mich). Ich kann meine normale Zeit um 5 Minuten unterbieten. Die letzten Schritte bergauf. Zieleinlauf. Ich sehe die Uhr, sehe die 34 Minuten und will nur noch eins: unter 35 Minuten bleiben.

Ich habe jetzt ein schönes Schluss-Sprint-Bild von mir. Der Wille verleiht Flügel. 34 1/2 Minuten. Auch mal auf sich selbst stolz sein.

Und Donnerstag geht es weiter. Längere Distanz – weniger Steigung. Mal schauen, was ich da schaffe…

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