our night out: Dexters (21.10.2014, FZW Dortmund)

Nachdem für mich am vergangenen Samstag Maximo Park krankheitsbedingt ausfiel, war ich immerhin am Dienstag Abend wieder fit genug für einen kurzen Ausflug ins Freizeitzentrum West.

Kurz ist dabei wörtlich zu nehmen, denn besonders lang wurde der Abend nicht, aber die Briten haben ja bisher auch nur ihr Debütalbum “Shimmer Gold” auf dem Markt. Da kann man ja noch nicht so viel Material erwarten. Bei der nächsten Tour dauern die Konzerte bestimmt schon länger.

Ich weiß gar nicht mehr so genau, wie Dexters in diesen Haushalt gekommen sind. Auf jeden Fall waren sie irgendwann irgendwie da, das Album auch (das habe ich gekauft, daran erinnere ich mich wenigstens noch) und die sehr schön günstigen Konzertkarten auch.

Ich halbwegs fit, meine Konzertunterstützung allerdings nicht, aber dafür sprang kurzfristig Jott Kah ein, die nicht nur eine äußerst angenehme Konzertbegleitung ist, sondern auch Bilder in ihrem Blog zeigt, die ich mir den ganzen Tag lang anschauen könnte. Und einen guten Musikgeschmack hat sie auch. Sowas findet man ja auch nicht alle Tage.

Nach dem Support von der Dortmunder Band Nothing But Rascals – die gefühlt mindestens die Hälfte der (etwa 50 – 60) Zuschauer mitgebracht hatten – ging es dann auch nach kurzer Umbaupause los.

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Ach, Dexters. Welch Wohltat für meine Indierock-Ohren. Endlich mal wieder ein bisschen Gitarrengeschrammel, ein bisschen 90er Manchester-Sound, ein bisschen britischer Akzent, ein bisschen Schellenkranz. Das ist doch genau meins. Der Schellenkranz zerbrach übrigens im Laufe des Konzerts in zwei Teile, aber das war wohl dem Alter geschuldet, es lag keinerlei Krawalligkeit in der Luft.

Meiner Meinung nach könnte es ja noch viel mehr Band wie Dexters geben. Endlich mal wieder was los aufm Plattenteller. Und nett waren die auch noch. Zumindest soweit ich das nach den Zwischendurch-Ansagen beurteilen kann. Besonders gut gefiel mir da ja übrigens, wenn mal neue Lieder angekündigt worden sind. Ich glaube, die wenigsten im Publikum hätten das bemerkt. Es hat auch niemand nach den alten Hits verlangt. Streng genommen sind es halt alles neue Lieder. Trotzdem nett. Auch nett: im Anschluss an das Konzert wurden die gekauften Alben signiert. Aber ich habe das ja schon. Schade, hätte ich das mal mitgenommen.

Auch schade: das Konzert war wirklich sehr schnell vorbei und es gab keine Zugabe. Da fühlt man sich ja fast ein bisschen schlecht. Zumindest irritiert es mächtig. War man als Publikum nicht gut genug? Hätte man mal ein bisschen hysterisch kreischen sollen? Ist die Band beleidigt, weil nur so wenig Zuschauer da waren? Einen Tag später erfuhr ich aber, dass es in Hamburg auch keine Zugabe gab, das beruhigt dann ja schon ein bisschen. Ist dann halt wohl so.

Aber hier, ach komm. Einer geht noch.

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SonneBergeMeer2014: Slowenien

Slovenia.

Ist nicht auf meinem Mist gewachsen, geb ich zu. Das stand so schon am Grenzübergang von Kroatien zu Slowenien.
Aber wie Recht sie damit haben.

Do videnja Hrvatska, dobro došli Slowenia. Es war schade, Kroatien verlassen zu müssen. Aber ich freute mich auch sehr auf Slowenien. Ich hatte auch hier schon vorher das Gefühl, dass ich es hier sehr mögen würde. Bei Tschechien hatte ich das. Bei Kroatien auch. Und halt ebenso bei Slowenien. Ich mag diese Länder. Klein, fast bescheiden. Und wunderschön.

Zunächst machten wir einen Abstecher zu den Höhlen von Postojna, die größten begehbaren Tropfsteinhöhlen Europas. Zunächst fährt man mit einer Bahn in die Höhle, läuft dann einige Kilometer und fährt dann wieder raus. Und zwischendurch kann man sich noch Grottenolme anschauen. Oder andere Touristen. Und natürlich Steine. Stalakmiten und Stalaktiten. Die Vielfalt kennt hier keine Grenzen. Manche sind weiß, manche rot, manche fast blau. Und von den Formen her wird man keine zwei identische Steine finden. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass man sowas live sehen muss, Fotos können das wirklich nicht so beeindruckend darstellen, wie es in der Realität ist.

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Daher nur das eine Bild. Solltet ihr mal in Slowenien sein – oder auf dem Rückweg von Kroatien nach Deutschland – dann nehmt euch die Zeit und schaut euch die Höhlen an. Es lohnt sich. Aber sowas von.

Was sich auch lohnt: Ljubljana. Oder Ljublyeahna, wie meine Reisebegleitung es passend formulierte. Ziemlich genau 24 Stunden blieben wir dort – zunächst leider bei Regen, später sahen wir dann aber doch noch viel Sonnenschein und blauen Himmel. Pünktlich zum nächsten Regen verließen wir die Stadt.

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Wie Ljubljana so ist? Wunderschön. Es gibt schöne Gebäude, einen Fluss (das punktet bei mir immer), sehr viel – wirklich sehr viel! – Kunst und Streetart, unglaublich viele schöne Cafés und Antiquariate. Kleine Läden. Platten. Selfmade-Dinge. Essen. Chocolaterien. Es hat gedauert, bis wir an einem H&M vorbeikamen, das ist für mich immer ein Indikator für “schöne Stadt”.

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Eine Burg gibt es auch, da kann man sogar mit einer kleinen Standseilbahn hochfahren und dann dort rumlaufen. Da wir nicht so viel Zeit hatten, haben wir uns das “Innenleben” der Burg weitgehenst gespart und sind nur etwas über das Burggelände gelaufen.

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Natürlich den Ausblick genossen.

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Ich müsste auswandern und irgendwo neu anfangen? Ljubljana wäre ein Traumziel. Ernsthaft. Diese Stadt hat so viel Charme, versprüht eine Leichtigkeit und Unaufgeregtheit, dass es mir schwer gefallen ist, dort wieder weg zu fahren. Und das innere Versprechen: wiederkommen. Mit mehr Zeit. Mit mindestens einer vertrödelten Stunde in einem der Cafés und mindestens einer vertrödelten Stunde in den zahlreichen Geschäften der Stadt. Pro Tag versteht sich. Ich werde sehr viel schwerer sein, aber auch sehr viel glücklicher.

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Ich glaube, Ljubljana ist perfekt, um Zeit zu vertrödeln. Man kann über den Flohmarkt am Fluss Ljubljanica schlendern, überall anhalten und Kaffee trinken. Zur Burg spazieren oder einfach nur durch die Stadt streifen. Kein Stress. Nur entschleunigen und genießen.

Es gibt in Ljubljana übrigens – wie auch einst in Dortmund – eine Union Brauerei. Wäre ich nicht schon verliebt in Stadt gewesen, spätestens nach der Entdeckung hätte es gefunkt. Eine Stadt mit Union-Brauerei ist eine gute Stadt. Allerdings musste ich feststellen, dass mir das slowenische Union nicht sonderlich schmeckt. Glücklicherweise gibt es aber Lasko als Alternative für mich. Glück gehabt.

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Ach Ljubljana. Du fehlst mir jetzt schon ein bisschen. Deine Gelassenheit und dein Charme. Die Mischung aus modern und alt. Ich komme wieder, keine Frage. Wie schon bei Prag fühle ich eine besondere Melancholie, wenn ich an die Stadt zurückdenke. Diese Mischung aus Fern- und Heimweh.

Kmalu nasvidenje.

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Applaus

Ich bin die, die im Theater laut klatscht. Und lange. So lange es geht. Bis mir die Hände kribbeln und weh tun. Die Wahrheit ist: ich klatsche so lange, weil ich hoffe, dass ich es bis zum Ende geschafft habe, den dicken Kloß in meinem Hals herunterzuschlucken. Und dass ich mich wieder einigermaßen gesammelt habe, bis das Licht angeht.

Es ist nämlich so, dass es mir fehlt. Dieser Moment, wenn man da steht und selbst den Applaus empfängt. Während ich mir ein Theaterstück anschaue, empfinde ich das gar nicht so, aber sobald der Beifall beginnt, vermisse ich es schmerzlich. Mir wird das Herz schwer.

Da stehen.
Gemeinsam.
Die Hände finden sich.
Geschafft.
Das Licht.
Die Leute im Publikum.
Das Leuchten in ihren Augen.
Erleichterung.

Ich habe in Dortmund keine passende Theatergruppe für mich gefunden, und mittlerweile habe ich auch ausreichend Ersatz für meine freie Zeit. Ich möchte jetzt auch eigentlich nichts mehr wieder dafür aufgeben müssen. Und so reicht es mir normalerweise, wenn ich auf der anderen Seite der Bühne sitze. Im Zuschauerraum.

Bis der Vorhang fällt.

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our night out: Jens Friebe (08.10.2014, Studio 672 Köln)

Eins vorweg: ich habe während des gesamten Konzerts kein einziges Foto gemacht. Zum einen war der Raum sehr dunkel, es wären sowieso keine brauchbaren Bilder dabei herausgekommen. Zum anderen hat auch keiner der anderen Besucher ein Bild gemacht. Nicht einmal konnte man das helle Leuchten eines Kamera- oder Smartphonedisplays sehen. Wer unbedingt Bilder von Jens Friebe braucht, der kann sich welche auf der offiziellen Website anschauen. Oder auch hier, hinter mir hat dann wohl doch jemand mal einzwei Fotos gemacht.

Schon allein das ist wohl ein Zeichen dafür, dass es ein besonderes Konzert gewesen ist. Besonders klein, besonders charmant, besonders gemütlich (und leider auch besonders kurz). Jens Friebe, der mal in Köln gewohnt hat, kennt das Studio 672 und hat dort auch einige Zeit verbracht. Ich mag das, wenn die Künstler den Konzertort kennen und Erinnerungen mit ihm verknüpfen. Und so kleine Clubs sind ja eh genau meins. Mehr Nähe kann es kaum geben.

Das Konzert begann 45 Minuten später als zuvor angekündigt, das reicht bei mir eigentlich schon, um den Abend schlecht gelaunt zu verbringen. Aber Jens Friebe entschuldigte sich sehr charmant und legte dann mit seinen beiden Mitmusikern Chris Imler und Andi Hudl direkt los. Und sein Konzert entschädigte wirklich für die lange Wartezeit. Ich bin gar nicht so der riesige Jens Friebe-Fan – oder besser: ich war es bisher gar nicht. Aber bei dem Konzert erkannte ich, dass jeder einzelne Song ein kleiner Geniestreich ist.

Er stellte uns sein neues Album “Nackte Angst, zieh dich an, wir gehen aus” vor (ich liebe den Titelsong), spielte aber auch ein paar alte Hits wie zum Beispiel “Sei mein Plus Eins” oder “Königin im Dreck”.

Das kommt natürlich beim Publikum gut an, die Stimmung ist also durchgehend ausgezeichnet. So gut, dass mehr Zugaben gefordert werden, als von der Band scheinbar vorgesehen. Mehr war wohl nicht geprobt. Spielt man halt einfach nochmal was vom regulären Set.

Alle glücklich.

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