our night out: Spoon (04.11.2014, Luxor Köln)

48 Stunden nach dem Johnny Marr-Konzert stehe ich schon wieder im Luxor. Und sogar so ziemlich genau am gleichen Platz. Leider auch wieder mit nur eingeschränktem Blick auf die recht dunkle Bühne. Irgendwann kauf ich mir Stelzen.

Spoon sind ja nun schon eine ganze Weile im Musikgeschäft dabei, sie liefen aber bei mir bisher meist nur so “nebenbei”. Ich wusste schon, dass die Band existiert, ich fand sie auch gut. Trotzdem habe ich mir nie ein Album gekauft. Das änderte sich dann mit dem aktuellen Album, das fand seinen Weg ins CD-Regal, in meinen Kopf und in meine Ohren. Und in mein Herz.

Und dann gab es während des Konzerts mehrere “Ach ja richtig, das ist ja AUCH von Spoon! Was ein Hit!”-Momente. Die haben aber auch ein paar Kracher dabei. Live fällt das dann noch mehr auf.


(ganz aktuell und immer noch gut!)


(schon etwas älter und schon damals gut)

Da “verzeihe” ich ihnen ja sogar, dass sie keine Briten sind. Naja, so streng bin ich ja gar nicht mehr. Spoon kann mich jedenfalls auch sehr begeistern, vielleicht kauf ich mir die anderen Alben jetzt einfach auch. Was soll der Geiz. Oder ich höre zumindest mal wieder etwas aufmerksamer rein. Da gab es in den letzten (fast) 20 Jahren ja schon einiges.

Bilder habe ich übrigens schon wieder keine, keine brauchbaren zumindest. Dafür war ich einfach zu weit weg von der Bühne und der Raum im ganzen zu dunkel. Man kann sich auf dem bandeigenen Tumblr aber ein paar Bilder und auch noch mehr Videos anschauen. So geht keiner leer aus.

Für das letzte Konzert im November, das mir noch bevorsteht, habe ich mir übrigens extra ein neues T-Shirt gekauft. Aber das zeige ich euch dann alles, wenn es soweit ist. Und der Dezember wird dann konzertetechnisch etwas ruhiger, da bin ich dann ausgiebig mit Glühwein und Weihnachtsfeiern beschäftigt.

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Dialog im Dunkeln

Neulich habe ich mich für ein paar Stunden mit meiner Familie in Hamburg getroffen, und neben ein bisschen Landungsbrücken, Innenalster, Abendessen im Portugiesenviertel, Franzbrötchen und Speicherstadt hatten wir noch einen besonderen Tagesordnungspunkt auf unserem Plan – einen Besuch bei Dialog im Dunkeln.

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Hier wird für einen die Welt der Blinden simuliert. Man bekommt einen Blindenstock und ein paar einführende Hinweise und dann sieht man für die nächsten 90 Minuten genau das hier:

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Während dieser 90 Minuten wird man von einem blinden oder schwer sehbehinderten Guide geführt, und zwar durch verschiedene Alltagsszenen. So gibt es unter anderem einen Park, einen Marktstand, man überquert eine Straße (glücklicherweise war das nicht echt, ich bin nämlich schön vor die Motorhaube eines wartenden Autos gelaufen), einen Raum mit verschiedenen Gewürzen, eine kleine Bootstour (ja, wirklich) und eine Bar.

So ist es: Blind sein ist scheiße. Vermutlich ist es anders, wenn man von Geburt an blind ist, weil man es dann ja nicht anders kennt. Ich aber habe jetzt eine neue Horrorangst, nämlich: blind werden. Und da ich nicht die erste in meiner Familie wäre, die über einen längeren Zeitraum hinweg das Augenlicht verliert, ist es zumindest nicht ganz abwegig. In der Dunkelheit verlor ich sofort jegliches Gefühl für den Raum und für die Abstände. Ich hörte die Stimmen meiner Familie und des Guides und konnte nicht ansatzweise sagen, wie weit entfernt sie von mir sind. Auch Gewohnheitssache, unser Guide konnte an der großen Weltkarte (mit Relief-Schrift, so dass wir sie “lesen” konnten) anhand unserer Stimme sagen, wo wir stehen. Cooler Typ, sowieso, er machte sich nämlich gerne mal einen Spaß mit uns und zog uns ein bisschen auf, wenn wir im Gänsemarsch durch die Räume wackelten und nicht wie er einfach sicher da durch gingen. In der Bar hatten wir dann die Möglichkeit, ein bisschen mit ihm zu sprechen und erzählte uns von seinem Alltag und wie er sein Leben so meistert, was ihn wütend macht und was ihn erfreut.

Ich war froh, dass ich meine Familie dabei hatte, da ich ihnen, nun ja, blind vertraue. Ich hatte keine Probleme, ihre Stimmen herauszuhören und konnte mich so ein bisschen an ihnen orientieren. Ich legte ihnen meine Hand auf den Arm und wusste so ziemlich gleich, wer das ist. Wir sind ein eingespieltes Team, auch ohne Licht. Aber auch so kann ich diese Tour jedem nur wärmsten empfehlen. Es erweitert den eigenen Horizont ungemein.

Zwei Fragen bleiben unbeantwortet: wie sieht unser Guide wohl aus? Und wie sehen die Räume bei Tageslicht aus? Aber warum sollten wir da einen Vorteil den Blinden gegenüber bekommen…und so bleibt beides ein Geheimnis.

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our night out: Johnny Marr (02.11.2014, Luxor Köln)

Es ist ein Dilemma: ich finde das Kölner Luxor eigentlich blöd. Es ist schmal und lang, ich seh fast nichts, viel zu stickig. Merkwürdige Getränkeauswahl. Aber andererseits habe ich die allerbesten Konzerte dort gesehen. Danny McNamara nahm dort meine Hand. Wie könnte ich diesen Laden also nicht lieben?! Ich wünschte halt nur manchmal, dass er anders wäre. So, ist das auch geklärt.

Dieser November ist ein “The Smiths”-Monat. So starten wir mit einem Konzert vom ehemaligen The Smiths-Gitarristen und Mit-Songwriter Johnny Marr. Wie Bolle habe ich mich darauf gefreut. Ich bin nämlich nicht nur The Smith-Fangirl, sondern liebeliebeliebe die beiden Soloplatten “The Messenger” (2013, wurde mein persönliches Album des Jahres) und “Playland” (2014). Also meinetwegen kann er 2015 dann auch wieder eins rausbringen. Und dann auch wieder hier in Deutschland vorbeischauen.

Ich hatte übrigens nur mein Smartphone und keine Kamera dabei. Und da wir relativ weit hinten standen und die Bühne nicht besonders auffallend ausgeleuchtet wurde (für mich gehört der Mann eh in eine HALLE!), gibt es mal wieder keine Fotos. Hier könnt ihr euch aber ein paar anschauen.

Insgesamt 20 Songs spielt Johnny Marr, davon 6 Lieder von The Smiths und eine Coverversion von I Fought The Law von The Crickets. Fairerweise muss man wohl sagen, dass die Smiths-Hits – allen voran “Bigmouth strikes again” und die allerletzte Zugabe “There is a light that never goes out” – beim Publikum am besten angenommen werden. Wir sind dann ja doch alles Hitschlampen. Aber der Rest lief auch, es war einfach ein runder Abend. Und das klingt langweiliger als es war.

Johnny Marr hat mit The Smiths schon Musikgeschichte geschrieben. Er gehört für mich wahrhaftig zu den größten derzeit lebenden Musikern. Vielleicht hätte er auch entspannt etwas größere Räume als das (ausverkaufte) Luxor gefüllt. Und er hat es einfach immer noch drauf. There is a light that never goes out. Johnny Marr und seine Musik gehören für mich dazu.

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Schöne Aussichten

Wenn man in Hamburg mit der Fähre (Linie 62) von den Landungsbrücken Richtung Elbstrand fährt, dann kommt man am Anleger Dockland (Fischereihafen) vorbei. Und da kann man auch mal aussteigen, vor allem bei Sonnenuntergang. Da sollte man dann sogar mal aussteigen.

Und dann sollte man mal da hoch

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Das sieht jetzt viel aus, geht aber dann doch ziemlich schnell. Die Stufen sind sehr angenehm zu laufen – und sooo viele sind es auch nicht. Ich brauchte nur fast ein Sauerstoffzelt. Das ist übrigens nicht nur eine leuchtende Treppe, sondern ein Gebäude, und zwar das Dockland Office Building. Und von der Seite sieht das aus wie ein Schiff, was da ja ganz passend ist.

Und der Blick von oben – unbezahlbar.

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Hafen, Kräne, Schiffe. Ich kann mich einfach nicht daran sattsehen.

“auf die gewaltigen Tiere
mit metallenen Krallen
mit Neonlicht-Augen
und die Container, die fallen
unter grandiosem Gepolter
in den hungrigen Bauch
eines uralten Frachters,
und mein Herz, es poltert auch.”

(Gisbert zu Knyphausen, “Kräne”)

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(Alle Bilder hat meine Schwester gemacht und mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Ich war nämlich schlichtweg zu faul, meine Kamera mitzuschleppen.)

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