Next Generation

Gestern Abend war ich im Theater, in „Liegen Lernen“, ein Stück, welches hauptsächlich in den 80ern spielt. Vor dem Stück erzählte der Dramaturg noch ein wenig, hatte ein paar wichtige Eckdaten aus dem Jahrzehnt notiert und sprach auch an, wie viele Dinge sich seitdem verändert hätten. Und dann erzählte er noch die Anekdote, wie ein Kind vor kurzem seinen Lehrer gefragt hat, wie denn die Menschen ins Internet gekommen sind, bevor es Computer gab. Gekicher unter den Zuschauern.

Ich bin zwar etwas jünger, bin erst in den 80ern geboren, aber natürlich kenne ich das auch noch. Keine Computer. Keine Mobiltelefone. Nur drei Fernsehsender. Prickel Pit.

Sollte ich jemals Kinder bekommen, was erzähle ich ihnen dann wohl von „früher“. Es gab mal eine Zeit, da hatte man Zuhause keinen Computer und die ersten waren unglaublich riesig und langsam. Und die ersten Jahre Internet sahen so aus, dass ich (nachts, weil es sonst zu teuer war) mein froschgrünes Modem startete und dann noch mal Haare waschen konnte, weil es so lange dauerte. Ich hatte kein Handy bis ich 18 war. Als ich kleines Kind war musste man sich hinten im Auto noch nicht anschnallen und es gab dann auch noch einige Autos, die einfach hinten noch gar keine Sicherheitsgurte hatten.

Ich werde ihnen erzählen, vom Mauerfall, vom 11. September, von Fukushima, von europäischen Münzen, die man als Kind aus dem Urlaub mitgebracht hat, von der Glühbirne, dass in Kneipen und überall (sogar im Fernsehen!) geraucht wurde, von vierstelligen Postleitzahlen, von Raider, von Nelson Mandela, Tamagotchis und Kassetten, von Schulterpolstern und Rollschuhen. Davon, dass wir Jahreszeiten hatten. Von MySpace und Castingshows.

Was werden meine Kinder wohl glauben? Oder werden sie denken, ich sei verrückt und erfinde Geschichten (könnte auch durchaus passieren, dass ich die ein oder andere Geschichte etwas ausschmücke) oder sie sind ganz wild auf meine Geschichten. „Erzähl noch mal, wie ihr früher Telefonkarten bei der Post gekauft habt!“

2012 werde ich 30. Wenn ich so zurückdenke, was alles passiert ist und was sich alles so verändert und weiterentwickelt hat. Was werden wir wohl alles in 30 Jahren haben? Wird es in diesem Tempo weitergehen? Und muss ich Angst davor haben oder sollte ich mich doch besser darauf freuen? Beides, ein bisschen.

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winterwunderbar III

Endlich mal wieder was Winterwunderbares!

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So mag ich den Winter. Kalt, aber trocken. Und mit zauberhaften Sonnenuntergängen. Schwarze Häuserschatten, dunkelblauer Himmel mit zarten rosaroten Streifen.
Sommerabende in der Stadt find ich großartig. Winterabende aber auch.

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mit dem kleinen Arschloch in Zamonien

Obwohl das Jahr „Ruhrpott – Entdecke die Möglichkeiten“ offiziell ja vorbei ist (der Dezember-Ausflug muss allerdings auch noch nachgeholt werden), werden auch zukünftig noch einige Ausflüge anstehen. Das Ruhrgebiet hat ja noch eine Menge zu bieten. Heute zum Beispiel ging es mal wieder nach Oberhausen, in die Ludwiggalerie im Schloss. Dort war nämlich heute der letzte Tag der Ausstellung „Die 7 1/2 Leben des Walter Moers“. Und ich mag Walter Moers. Ich mag Käpt’n Blaubär, ich mag das kleine Arschloch und ich mag die Figuren aus Zamonien. Zamonien, der phantastische Kontinent, den Walter Moers erschaffen hat und in dem viele seiner neueren Werke spielen.

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„Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ und „Die Stadt der träumenden Bücher“ habe ich gelesen, „Das Labyrinth der träumenden Bücher“ wartet seit Dezember im Bücherregal auf mich. Und gerade nach „Der Stadt der träumenden Bücher“ ziehe ich meinen Hut sehr tief vor Walter Moers. Großartig.

Dennoch war in der Ausstellung der Teil mit den Comics und dem kleinen Arschloch derjenige, der mir besser gefiel. Da hat er wirklich eine große Menge raus gemacht und es gab viele bisher unveröffentlichte Zeichnungen zu sehen. Ein ganzer Raum mit Bildern und Exponaten vom kleinen Arschloch im Stile von anderen Künstlern (Picasso, Miro, Warhol usw.). Das war originell und kurzweilig und so konnte man ausnahmslos schmunzelnde Besucher dort sehen. Und überhaupt: Comics! Das war wirklich toll.

Was mich überraschte und belustigte: den Teil mit den Comics „Der Bonker“ und vom kleinen Arschloch durfte man erst ab 16 Jahren (oder in Begleitung Erwachsener) betreten. Ich habe zwar keine Kontrolleure gesehen, aber am Rande mitbekommen, dass Jugendliche ihre Mutter holten. Ganz ehrlich, da bekommt man heute glaube ich schon Sexistischeres und Grausameres zu sehen.

Wie auch immer. Es ist schade, dass die Ausstellung schon vorbei ist, sonst hätte ich sie hier noch wärmstens empfohlen. Aber immerhin kann ich ja noch die Bücher empfehlen. Buch auf, Phantasiemodus an. Eine Reise nach Zamonien lohnt sich immer. Und 2012 hat bestimmt noch einige verregnete Sonntage dafür.

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Menschen und andere Merkwürdigkeiten

„Dinge, die ich nicht verstehe: Menschen“ sagte Mischa gestern Abend und ich wusste genau, was er meinte. Menschen sind merkwürdig. Tatsächlich gibt es Tage, an denen ich befürchte, als kauzige Einsiedlerin zu enden, weil die meisten (nicht alle! Viele!) Menschen, denen ich begegne, mir gehörig auf den Keks gehen. Damit meine ich Menschen, die ich gar nicht wirklich kennen lerne, sondern die einfach nur so meinen Weg kreuzen. Die Menschen, die mit mir morgens in der U-Bahn sitzen, die im Kino in der Schlange vor mir stehen oder bei Lesungen hinter mir sitzen. So Leute, mit denen man eigentlich gar nichts zu tun hat, die einen ja aber trotzdem irgendwie beeinflussen, weil man sie wahrnimmt. Weil sie laut und doof lachen, riechen, mit Chipstüten knistern oder dämliches Zeugs reden.

Ich wäre ja gern mal in einer Situation, dass mir jemand auffällt, den ich toll finde und bei dem ich denke „Oh, toll, ich kenne diese Person nicht, aber sie sagt kluge Dinge, ist interessant und benimmt sich wie ein Mensch! Lass uns Freunde sein!“ Andererseits: was würde ich denn dann machen? Einfach auf sie (ich geh jetzt mal von einer weiblichen Person aus, weil ich ja auch eine Frau bin) zugehen und um ein Kaffeetrinken bitten? Ich, als Ostwestfälin? „Hej, können wir Freundinnen werden?“ Bitte kreuze an: Ja, Nein, Vielleicht.

Eigentlich wäre das schön. Wie habe ich denn in Bielefeld all diese Menschen kennen gelernt? Und warum fällt mir das in Dortmund so schwer? Gar nicht mal dicke Freunde, sondern auch gute Bekannte, mit denen man mal Kaffee trinkt oder eine Ausstellung besucht oder einfach nur mal durch die Stadt schlendert. Zu zweit, in einer Gruppe.
Es ist ja nicht so, dass ich hier in Dortmund ganz alleine rumlaufe, aber so ein bisschen „mehr“ könnte ich schon vertragen. Mehr kluge, interessante Menschen für Freizeitgestaltung. Wie früher. War es das Bloggertreffen? Manchmal wünsche ich mir, dass es ein Dortmunder Bloggertreffen gibt, welches so ist wie in Bielefeld. Wo es nicht darum geht, wer das neuste iPad hat, sondern mehr so um Schnitzel, Fußball und Kinofilme. War es der Siggi, wo sich wildfremde Menschen auf einer Decke treffen konnten. Vielleicht war auch der letzte Sommer einfach zu kalt.

Wo sind sie nur hin, die nicht-so-merkwürdigen Menschen?

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Zwischen den, äh, Dings.

Während ich noch überlegte, was dieses „Zwischen den Jahren“ eigentlich bedeutet, verlief schon der Jahreswechsel. In kleiner Runde. Mit 16 Raketen, weil ich Raketen liebe und seit meine Eltern nicht mehr darüber bestimmen, was Silvester an Böllerkrams gekauft wird (was bedeutete, dass nichts gekauft wurde) kaufe ich mir ein paar Raketen für die Silvesternacht. Ich hole so meine feuerwerklose Kindheit auf. Also, mit 16 Raketen und mit Nieselregen.

Dieser Nieselregen, der uns seit Wochen begleitet. Sogar ich als Schneehasser habe an Weihnachten gedacht, dass so ein klitzekleinwenig Schnee (statt Regen) doch ganz nett wäre. Oder mal wieder Sonnenschein. Mal wieder einen Tag, an dem es hell wird. Übers Wetter kann man ja irgendwie immer meckern. Dabei hat mich persönlich der Herbst sehr glücklich gemacht. Aber ich habe das Gefühl, dass die Jahreszeiten sich verschieben. Der Sommer fand 2011 im eigentlich Herbst statt und jetzt haben wir unseren Herbst. Ich bin nicht überrascht, wenn es im März schneien und frieren wird.

Ist dieses „Zwischen den Jahren“ die Zeit, in der nichts passiert? Die Zeit, in der das alte Jahr schon abgeschlossen ist und das neue Jahr sich noch Zeit lässt, mit den Dingen, die da passieren werden. Wenn das so ist, dann hänge ich irgendwo immer noch zwischen den Jahren fest. So gefühlt zumindest. Dabei passieren Dinge. Seit einer Woche habe ich eine neue Arbeit (i like), nebenbei wird noch eine neue Wohnung gesucht, ich war schon im Kino (in „Ziemlich beste Freunde“) und habe damit an einem Abend ein Kino besucht, in dem ich vorher noch nie war (die Camera) und anschließend noch eine Kneipe (das Sissi King Kong), die ich schon längst besucht haben wollte.

Irgendwie habe ich immer zum Jahresanfang das Gefühl, dass die Zeit sich schleppt, dass im Kalender nicht wirklich was steht und das vorher alles viel aufregender war. Stimmt ja gar nicht, mein Gefühl ist da in Betrügerlaune. Vielleicht ist es auch wirklich das Wetter, das einen dazu bringt, lieber auf dem Sofa rumzufläzen als raus zu gehen. Vielleicht ist es auch eine Art Post-Feiertags-Schwarzes-Loch, weil einem nach den ganzen Feiertagsfeiereien plötzlich die freie Zeit wie eine Leere vorkommt.

Wie auch immer. 2012 darf langsam mal in Schwung kommen und einen Anfang finden. Keine Jahresendzeitstimmung zum Jahresanfang mehr. Kann losgehen.

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Mein erstes Mal (2011)

(Mein Jahresrückblick wie üblich ein Blick auf die Dinge, die ich im (fast) vergangenen Jahr zum ersten Mal getan habe)

14 Monate wohne ich nun in Dortmund, da ist es ja auch nur natürlich, dass ich in den letzten 12 Monaten viel Neues erlebt und gesehen habe. Da ich nicht der Typ bin, der sich immer nur Zuhause einschließt, MUSSTE ich ja im Jahr 2011 einiges neu kennen lernen. Das fing ja an mit neuen Kneipen/Clubs in Dortmund (Cafe Einstein, Cakes’n'Treats, Zentral, Bakuda, Hösl, Großmarktschänke, Hafenliebe, Cafe Max und die Eve-Bar in Bochum). Das Cafe Max mausert sich langsam zu meinem Lieblingscafe. Sogar die eine lahmarschige Kellnerin erinnert mich an das Mellow Gold, vielleicht liegt es daran.

Dazu kamen dann noch die monatlichen Ausflüge zum Beispiel zur Zeche Waltrop, ins Brauereimuseum, zum Gasometer, Tetraeder, zur Hohensyburg, zum Hengsteysee, Baldeneysee. Und dann war da noch die Museumsnacht und das Pfefferpotthastfest (yeah!). Ich habe zwei neues Festivals (Rock im Saal und das Zeltfestival am Kemnader See) und ein paar neue Konzertlocations (das Palladium und die O2 Brixton Academy) besucht.

Ich war zum ersten Mal im Grillo Theater in Essen, im U-Turm in Dortmund, am Holocaustdenkmal und an der East Side Gallery in Berlin. Am Dortmunder Phoenixsee (den hat es ja vorher auch noch gar nicht gegeben). Ich war in drei Städten, in denen ich zuvor noch nie war – Brügge, Hagen und Recklinghausen (Rock’n'Roll!) und morgen fahre ich sogar noch nach Unna. Unna, man stelle sich nur vor.

Ich bin zum ersten Mal vom Dortmunder Flughafen aus geflogen, habe zum ersten Mal in einem 4****-Hotel genächtigt, zum ersten Mal Bubble Tea getrunken. Ich war das erste Mal in meinem Leben bei Primark, Zuschauerin beim Kreisliga-Fußball und bei der Champions League, habe zum ersten Mal Zumba getanzt und war Model bei einem Fotoshooting.

2011 kam mir gar nicht so aufregend vor, aber gerade so rückblickend habe ich ja schon einiges gemacht und erlebt. Dazu habe ich noch einige Entscheidungen gefällt, die mein Leben auch in 2012 weiter verändern werden. Und auch mein Weihnachtsgeschenk „zwingt“ mich sozusagen dazu, etwas Neues zu erleben (Teaser für 2012). Und tatsächlich habe ich sogar zwei Vorsätze für’s kommende Jahr. Der eine hat etwas mit noch mehr Sport zu tun, der andere etwas mit der Suche nach einer neuen Wohnung.

2012 kann kommen.

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Jahrescharts

Ich fand 2011 übrigens musikalisch mal gar nicht soooo toll. Da fand ich 2010 für mich besser.
Aber nun gut, meckern is nicht. Zehn Alben hab ich, ohne Ranking, einfach nur so aufgelistet:

The Vaccines – What Did You Expect From The Vaccines?
Thees Uhlmann – dto.
Noel Gallagher’s High Flying Birds – dto.
Beady Eye – Different Gear Same Speeding
Moritz Krämer – Wir können nichts dafür
The Pains Of Being Pure At Heart – Belong
Kakkmaddafakka – Hest
Niels Frevert – Zettel auf dem Boden
Kasabian – Velociraptor!
The Crookes – Chasing After Ghosts

Viva Brothers haben es ganz knapp nicht geschafft. Ich hoffe aber (auf ein zweites Album). Und ich hoffe auch, dass 2012 mir wieder besser gefallen wird. Es ist ja auch nicht so, dass ich weinend auf der Suche nach Musik durch die 12 Monate gelaufen bin. Das sind ja auch alles tolle Alben. Ein paar von denen habe ich rauf und runter gehört.

2012 wird wohl mit Kettcar starten. 2012 werde ich auch noch mehr nach Vinyl schauen und endlich mal dem Plattenladen in Dortmund einen Besuch abstatten. Music was my first love.

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Merry Christmas

(denn obwohl ich ja offiziell Heide bin, finde ich X-Mas lächerlich und doof)

Ich hab Urlaub, alle Geschenke waren frühzeitig besorgt (oder rechtzeitig geliefert) und sind schon seit Tagen eingepackt. Der Baum steht (sofort!) und ist geschmückt. Und ich bin entspannt. Konnte sogar Donnerstag noch ein bisschen durch die Stadt bummeln. Richtig entspannt.

Und natürlich trage ich traditionell schon seit Tagen meine Weihnachtsmütze. Yeah!

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Wie auch immer ihr Weihnachten verbringt. Ob ihr in die Kirche geht (ich nicht), sündhaft viel schlemmt (ich ja), mit der Familie, mit Freunden oder sogar alleine seid. Ich wünsche euch eine schöne Zeit ohne Streit, ohne Magenschmerzen, ohne Langeweile.

Frohe Weihnachten!

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